Deutscher Titel: Tarzans Abenteuer in New York
Originaltitel: Tarzan's New York Adventure
Produktionsland: USA
Premiere: 1942
Mit: Johnny Weissmüller, Maureen O'Sullivan, Johnny Sheffield, Charles Bickford u.A.
Regie: Richard Thorpe
Genre: Action
SW
6. Film der 12-teiligen Reihe mit Johnny Weissmüller
Dieser Film ist kein Abenteuerfilm, sondern mehr dem Action-Genre zugehörig. Im Dschungel spielt sich nur Anfangs etwas ab, ansonsten geht es um die Performance Tarzans im Großstadtdschungel. Er und Jane reisen nach Amerika, um den entführten Boy aus den Fängen eines Böslings zu befreien, der Boy für kommerzielle Zwecke in einem Zirkus mißbraucht.
Maureen O'Sullivan spielt Jane in diesem Film nicht nur zum letzten mal, sondern verleiht ihr endlich die ihr gebührende charakterliche Reife. Sie managt und berät Tarzan, der keine Erfahrung mit der modernen Welt hat, auf eine rücksichtsvolle, sensible Weise. Tarzan, der zum ersten mal westliche Kleider trägt, fühlt sich nicht gerade wohl in seiner Haut, wenn er sich konfrontiert sieht mit der modernen Großstadtwelt. Das Drehbuch vermag in der relativ kurzen Zeit des Filmes die unverdorbene Grundhaltung Tarzans im Verhältnis zur Durchtriebenheit des modernen Menschen sehr gut aufzuzeigen. Und Tarzan gelingt es, seine Haltung und Philosophie aus der Natur wirksam und überzeugend in der modernen Welt zu behaupten. Im Gericht, wo die Frage nach der Fähigkeit und Kompetenz Tarzans für das Sorgerecht Boys erörtert wird, ist Tarzan in der Lage, seine Sichtweise glaubhaft und siegreich darzulegen, mit sparsamen aber umso wahrhaftigeren Botschaften. Als er infolge provokativer Argumente der gegnerischen Seite zu einer emotionalen Handlung genötigt wird, kann er schließlich sein Werk der Befreiung Boys einzig mithilfe seiner physischen Kletter- und Kampfkünste umsetzen. Zum ersten mal schweigt Jane anteilsam, als sie Tarzans Darlegung der natürlichen Philosophie lauscht. Zum ersten mal ist sie wohltuend unaufdringlich und gewährt ihm seinen humanen Auftritt, ohne ihm unterschwellig zu suggerieren, dass er sich den modernen Gegebenheiten anzupassen hat. Nein, hier darf er seine Urwaldphilosophie direkt und exakt vortragen, ohne dass ihm jemand in der Lage ist, wirksam zu widersprechen. So wird dieser Film letztlich zu einer philosophischen Studie über den Vorrang der natürlichen Existenz zum Zwecke der echten, authentischen und unverfälschten Lebensqualität.
Im Finale klettert, hüpft und fliegt Tarzan auf geübte Weise über Mauern und Häuser, bis er sich erfolgreich zu Boy durchgekämpft hat, um ihn zu befreien. Mithilfe von Zirkuselefanten bringt er gleichzeitig die Böslinge zur Strecke. Am Ende steht seinem Glück mit Jane und Boy im Dschungel nichts mehr im Wege.
Ein guter, lehrreicher, würdiger Film!