Endlich! Lange hat es gedauert, bis endlich mal jemand richtig in den Fundus des Tarzan-Mythos gegriffen und was anderes als ausschließlich die "Großen Weißen Jäger" oder Lord Greystokes Abstammung und Herkunft rausgeholt hat. Denn wir wollen nicht vergessen, dass die Tarzan-Geschichten aus viel mehr als nur diesen zwei Zutaten bestehen. Insofern sind leider auch Vergleiche mit Indiana Jones fehl am Platze, denn schließlich gibt es die Geschichten um die verlorene Stadt Opar, einen Außenposten des versunkenen Atlantis, schon über 60 Jahre länger als Indys Abenteuer.
Schön übrigens zu sehen, dass Tarzan hier nicht wieder als der hirntote, stammelnde Waldmensch dargestellt wird, wie das seit Johnny Weissmüller oft der Fall war, denn dem schrieb man es damals so auf den Leib, um zu tarnen, dass er als Sportler vom Schauspielern keinen Schimmer hatte. Hier aber ist Tarzan beredt und durchaus wortgewandt und auch so intelligent wie die Bücher das vorlegen. Leider schwächelt der Film etwas im Mitteilteil, was unter anderem daran liegt, dass man an dieser Stelle nun doch meinte, wieder einen Schimpansen einbringen zu müssen (gähn!), den es in den Büchern (zumindest nicht in denen, die ich gelesen habe) auch gar nicht gab. Zwar heißt er hier nicht Cheetah (pervers: das ist eigentlich Englisch für "Gepard"!), aber trotzdem nervt er und ist des Filmes unwürdig. Viel besser hätte man endlich einmal Tarzans Stamm, die Waziris, deren Häuptling er ist, zeigen sollen.
Neben der Stadt Opar hat man in diesen Film auch magische Elemente eingebracht, die es in den Büchern - obschon durchaus reinblütige Fantasy - nicht gibt, und so wirkt das Ende, wenn es richtig zur Sache geht, etwas überkandidelt. Dennoch macht der Film insgesamt viel Spaß und ist schön anzusehen. Die DVD hat ein tolles Bild (tolle Landschaften bietet der Film auch, na klar), aber leider eine äußerst magere Ausstattung. Schämt euch, Anbieter, dieser durchaus beste aller Tarzan-Filme hätte mehr verdient!