Nachdem Reiner Boeller genau vor einem Jahr eine komplette Biografie zu „Lex Barker" veröffentlichte, gibt es jetzt ein neues - in der Aufmachung ähnlich monumentales - Werk zu den Tarzan-Filmen.
Wieder besticht das Buch mit unheimlich vielen Fotos, die liebevoll ausgesucht sind und sämtlichen Tarzan-Darstellern bis Gordon Scott Tribut zollen.
Der Text steht nicht nach und man erfährt bis ins Detail alles Wissenswerte über die einzelnen Filme, die Biografien der Darsteller, das Produzieren von so genannten B-Pictures, das Suchen der Hauptdarsteller und Darstellerinnen, das Trainieren der Schimpansen...
Co-Autor Julian Lesser -Sohn des Produzenten vieler Tarzan-Streifen - plaudert zusätzlich aus dem Nähkästchen und gibt dem Werk eine noch persönlichere Note.
Wer also für zahlreiche Lesestunden in den Dschungel abdriften will, stählerne Muskeln oder hübsche Mädchen im Urwalddress auf großformatigen Fotos bewundern will, oder wer einfach nur Interesse hat, wie der legendäre Tarzanschrei entstand, der könnte nicht besser beraten sein, als zu diesem Buch zu greifen.
Das Hauptaugenmerk wird übrigens auf Johnny Weißmuller (den bereits sechsten Tarzan der Filmgeschichte) gelegt, der im Juni 2004 seinen 100. Geburtstag feiern würde. Dass er ein lustiger, gutmütiger Mensch war, der aber dem Alkohol zusprach und er die letzten Jahre seine Lebens nur mehr dahinsiechte, weiß ich erst, seit ich dieses beeindruckende Buch las.
Da dies eine objektive Besprechung sein soll, sei angemerkt, dass im Detail einige Fehler aufzuzeigen sind (etwa im Gordon-Scott-Kapitel im Zusammenhang mit seinem Alter), und dass sich das Werk ausdrücklich nur mit den Genrefilmen bis etwa 1960 beschäftigt.