Ab und an läuft einem im schier undurchdringlichen Dschungel des Horror-und-Splatter-Schundfilms doch mal eine Perle über den Weg. Tartarus suhlt sich nicht in Fässern von Kunstblut, sondern erzeugt den Grusel durch klug eingesetzte Soundeffekte und geschickte Kameraführung. Ein bisschen hatte ich mich vor den Dialogen gefürchtet, denn in der Presse wurde die schauspielerische Leistung der Darsteller als weitgehend laienhaft geschildert. Das stimmt bis zu einem gewissen Grad auch, aber wenn ich mich recht entsinne, war übermäßig dramatisches Spiel noch nie das hervorstechendste Merkmal österreichischer Produktionen. Ich finde sogar, dass die nüchternen und mit starkem Dialekt vorgetragenen Dialoge dazu beitragen, den Schrecken nah an den Zuschauer heranzutragen. So viele Vertreter des Genres Heimathorror wollen mir spontan nämlich nicht einfallen...
Fazit: Ein solides Filmchen, ungewöhnlich in der Machart, stimmig in der Atmosphäre, gedreht in einer wunderschönen Berglandschaft, deren Vertrautheit bei Tag dem Grauen in der Nacht weicht.
Ach ja, den Fernseher sollte man vielleicht etwas aufdrehen, da die Stimmen etwas zu sehr nach hinten gemischt sind.