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Tartan und Schwert: Historischer Roman
 
 
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Tartan und Schwert: Historischer Roman [Taschenbuch]

Jules Watson , Nina Bader
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (34 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Schottland im Jahr 79 n. Chr.: Nur die Heirat zwischen der schottischen Prinzessin Rhiann und dem irischen Krieger Eremon kann die zerstrittenen keltischen Stämme für den Kampf gegen die Römer einen. Doch Rhiann, mutig, temperamentvoll und unabhängig, ist gezeichnet von ihrer Vergangenheit. Auch wenn sie aus Pflichtgefühl einer Ehe mit dem fremden irischen Krieger zustimmt, so verweigert sie sich ihm doch. Aber Eremon gelingt es, Rhianns Stamm als Anführer für sich zu gewinnen – und insgeheim ihr Herz zu erobern. Inmitten von Chaos, Krieg und Verwüstung ist es schon fast zu spät für die Liebenden...


Klappentext

Erscheint in England erst im März 2004!

Über den Autor

Die junge Engländerin Jules Watson wuchs in Australien auf. Seit ihrer Heirat mit einem Schotten arbeitet sie als freischaffende Journalistin und PR-Managerin in England. Doch ihre große Leidenschaft gilt der Archäologie, der wenig dokumentierten Geschichte der Kelten und Pikten. Mit ihrer großen historischen Roman-Trilogie über "Dalriada" - das erstmals vereinte Schottland – erfüllt sich Jules Watson einen Lebenstraum. Jules Watson und ihr Mann teilen ihre Zeit auf zwischen England und Australien, wo Jules Watson gerade an ihrem nächsten Roman schreibt.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Sie war das Kind meines Herzens, wenn auch nicht meines Körpers.
Ich erinnere mich, wie sie einst mit wehendem, bernsteinfarbenem Haar den Bergpfad empor auf mich zugerannt kam, das Gesicht vom Schluchzen verzerrt. Damals machte ich mir Sorgen um sie, ich fragte mich, wie die eifersüchtigen Hänseleien der anderen Kinder zu so einem Tränenausbruch hatten führen können. Ich fürchtete, sie könne schwach sein, zu schwach, um das zu überleben, was ihr bevorstand, denn es war sowohl meine Gabe als mein Fluch, einen Teil ihrer Zukunft vorhersehen zu können.
Blut, das über nassen Sand spritzt.
Ein grünäugiger Mann im Bug eines Schiffes.
Die See, die über ihrem Kopf zusammenschlägt.
Und endlich die Schreie von Frauen,
die zwischen den Toten auf einem
Schlachtfeld umherirren.
Ich wusste, dass sie einer großen Bestimmung folgen musste, nicht aber, was das Schicksal genau für sie bereithalten würde. Wir Priesterinnen brüsten uns immer mit unserer Sehergabe, aber die Wahrheit ist, dass sich die Zukunft uns nur selten und nie ganz klar darbietet.
Ich behielt das Mädchen von dem Tag an im Auge, da meine ältere Schwester ihr das Leben schenkte und selbst bei der Geburt starb. Ich erinnere mich, wie ihr Händchen einen meiner Finger umschloss, ihre milchigen Augen schon mein Gesicht suchten, als der rotgoldene Haarschopf noch feucht vom Mutterschoß war... ah, dies sind die träumerischen Grübeleien einer Mutter.
Doch schon an diesem Tag erkannte ich, dass sie eine der Vielgeborenen war, jener Menschen, die immer wieder auf diese Welt zurückkommen, um ein neues Leben zu leben. Und dass ihr aus diesem Grund große Gaben beschieden waren, sie aber auch großes Leid würde ertragen müssen.
Helfen konnte ich ihr nicht. Sie musste aus eigener Kraft innere Stärke entwickeln. Und das tat sie. Wie ein wilder Lachs kämpfte sie gegen die Ströme aus Missgunst, Eifersucht und Ehrfurcht an, die ihr entgegenschlugen. Als sie heranwuchs, fand auch ihr Gesicht zu seiner endgültigen Form; verlor die Weichheit, die mich einst so beunruhigt hatte.
Ich bemerkte auch, dass sie nie mehr weinte - und in meinem Priesterinnenherz empfand ich darüber eine große Erleichterung.
Aber mein Mutterherz weinte um sie.
Ich durfte mit ihr nicht über ihre Zukunft sprechen - das Blut, den Mann im Boot, die Schlacht. Es war nicht meine Aufgabe, ihren Lebensweg vorherzubestimmen, sondern ich musste ihren Mut und Verstand schulen, sodass sie diesen Weg selber finden konnte.
Während jener Zeit, da wir nur Garnfäden im Webstuhl der Großen Mutter sind, haben wir noch eine Wahl. Ich liebte sie mehr als mein eigenes Leben, daher wollte ich sie selbst wählen lassen, welchen Weg sie einschlug. Vielleicht hätte ich anders gehandelt, wenn ich geahnt hätte, welche Qualen sie auf diesem Weg würde erleiden müssen.
Nur an einem hielt ich mich unbeirrt fest: an dem Wissen, dass sie irgendwie das Bindeglied zu unserer Freiheit sein würde, obwohl ich in der Zukunft gesehen hatte, dass den Völkern von Alba viele schwere Jahre bevorstanden.
Viele Dinge können den Lauf der Geschichte verändern.
Ein Wort.
Die Klinge eines Schwertes.
Ein Mädchen, das mit wehendem, bernsteinfarbenem Haar einen Bergpfad emporläuft.
Zeit des Blätterfalls, anno domini 79
Das Baby glitt in einem Schwall von Blut in Rhianns Hände.
Die Mutter stieß einen letzten Schrei des Triumphs und der Qual aus und glitt an dem Dachpfosten, an dem sie sich abgestützt hatte, auf den Boden hinunter. Rhiann, die vor ihr kniete, bemühte sich, den glitschigen kleinen Körper sicher zu halten. Der Schein des Feuers im Kamin fiel auf die wächserne, blutverschmierte Haut des Neugeborenen, und unter den Büscheln dunklen Haares spürte sie die zarten Knochen des Schädels unter ihren Fingern.
"In die Arme deiner Mutter bist du gesunken. Die Familie heißt dich willkommen, der Stamm heißt dich willkommen, die Welt heißt dich willkommen. Mögest du stets in Sicherheit leben.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Sie war das Kind meines Herzens, wenn auch nicht meines Körpers.Ich erinnere mich, wie sie einst mit wehendem, bernsteinfarbenem Haar den Bergpfad empor auf mich zugerannt kam, das Gesicht vom Schluchzen verzerrt. Damals machte ich mir Sorgen um sie, ich fragte mich, wie die eifersüchtigen Hänseleien der anderen Kinder zu so einem Tränenausbruch hatten führen können. Ich fürchtete, sie könne schwach sein, zu schwach, um das zu überleben, was ihr bevorstand, denn es war sowohl meine Gabe als mein Fluch, einen Teil ihrer Zukunft vorhersehen zu können.Blut, das über nassen Sand spritzt.Ein grünäugiger Mann im Bug eines Schiffes.Die See, die über ihrem Kopf zusammenschlägt.Und endlich die Schreie von Frauen,die zwischen den Toten auf einemSchlachtfeld umherirren.Ich wusste, dass sie einer großen Bestimmung folgen musste, nicht aber, was das Schicksal genau für sie bereithalten würde. Wir Priesterinnen brüsten uns immer mit unserer Sehergabe, aber die Wahrheit ist, dass sich die Zukunft uns nur selten und nie ganz klar darbietet.Ich behielt das Mädchen von dem Tag an im Auge, da meine ältere Schwester ihr das Leben schenkte und selbst bei der Geburt starb. Ich erinnere mich, wie ihr Händchen einen meiner Finger umschloss, ihre milchigen Augen schon mein Gesicht suchten, als der rotgoldene Haarschopf noch feucht vom Mutterschoß war... ah, dies sind die träumerischen Grübeleien einer Mutter.Doch schon an diesem Tag erkannte ich, dass sie eine der Vielgeborenen war, jener Menschen, die immer wieder auf diese Welt zurückkommen, um ein neues Leben zu leben. Und dass ihr aus diesem Grund große Gaben beschieden waren, sie aber auch großes Leid würde ertragen müssen.Helfen konnte ich ihr nicht. Sie musste aus eigener Kraft innere Stärke entwickeln. Und das tat sie. Wie ein wilder Lachs kämpfte sie gegen die Ströme aus Missgunst, Eifersucht und Ehrfurcht an, die ihr entgegenschlugen. Als sie heranwuchs, fand auch ihr Gesicht zu seiner endgültigen Form; verlor die Weichheit, die mich einst so beunruhigt hatte.Ich bemerkte auch, dass sie nie mehr weinte - und in meinem Priesterinnenherz empfand ich darüber eine große Erleichterung.Aber mein Mutterherz weinte um sie.Ich durfte mit ihr nicht über ihre Zukunft sprechen - das Blut, den Mann im Boot, die Schlacht. Es war nicht meine Aufgabe, ihren Lebensweg vorherzubestimmen, sondern ich musste ihren Mut und Verstand schulen, sodass sie diesen Weg selber finden konnte.Während jener Zeit, da wir nur Garnfäden im Webstuhl der Großen Mutter sind, haben wir noch eine Wahl. Ich liebte sie mehr als mein eigenes Leben, daher wollte ich sie selbst wählen lassen, welchen Weg sie einschlug. Vielleicht hätte ich anders gehandelt, wenn ich geahnt hätte, welche Qualen sie auf diesem Weg würde erleiden müssen.Nur an einem hielt ich mich unbeirrt fest: an dem Wissen, dass sie irgendwie das Bindeglied zu unserer Freiheit sein würde, obwohl ich in der Zukunft gesehen hatte, dass den Völkern von Alba viele schwere Jahre bevorstanden.Viele Dinge können den Lauf der Geschichte verändern.Ein Wort.Die Klinge eines Schwertes.Ein Mädchen, das mit wehendem, bernsteinfarbenem Haar einen Bergpfad emporläuft.Zeit des Blätterfalls, anno domini 79Das Baby glitt in einem Schwall von Blut in Rhianns Hände.Die Mutter stieß einen letzten Schrei des Triumphs und der Qual aus und glitt an dem Dachpfosten, an dem sie sich abgestützt hatte, auf den Boden hinunter. Rhiann, die vor ihr kniete, bemühte sich, den glitschigen kleinen Körper sicher zu halten. Der Schein des Feuers im Kamin fiel auf die wächserne, blutverschmierte Haut des Neugeborenen, und unter den Büscheln dunklen Haares spürte sie die zarten Knochen des Schädels unter ihren Fingern.»In die Arme deiner Mutter bist du gesunken. Die Familie heißt dich willkommen, der Stamm heißt dich willkommen, die Welt heißt dich willkommen. Mögest du stets in Sicherheit leben.« Atemlos murmelte Rhiann die rituellen Worte; die Ferse der Mutter bohrte sich schmerzhaft in ihre Rippen.Das Kind noch immer in den Armen haltend, nickte sie der alten Tante zu, die die Mutter zu einer Lagerstatt aus Farn neben dem Feuer führte. Dankbar richtete sich Rhiann auf und schob mit der Schulter ihr Haar zurück.Die Mutter stützte sich keuchend auf die Ellbogen. »Was ist es?«»Ein Junge.«»Der Göttin sei Dank.« Sie ließ sich wieder zurücksinken.Als die Nabelschnur nicht mehr pulsierte, legte Rhiann das Baby behutsam auf das Lager und nahm ihr Priesterinnenmesser aus dem Beutel an ihrem Gürtel. »Große Mutter, lass dieses Kind sich von dir nähren, wie es sich von diesem Leib genährt hat. Lass sein Blut dein Blut sein. Lass seinen Atem dein Atem sein. So möge es geschehen!« Sie durchtrennte die Nabelschnur und band sie geschickt mit Flachs ab, dann hüllte sie das Baby in ein Leinentuch und drehte sein Gesicht zum Feuer hin. »Was seht Ihr, Herrin?«Alle Mütter stellten Priesterinnen diese Frage. Und was sollten sie darauf antworten? Dieser Junge gehört nicht der Kriegerklasse an, also wird er wenigstens nicht durch das Schwert sterben.»Was wird einmal aus ihm werden?«, quäkte die alte Tante. Rhiann wandte sich lächelnd zu ihr um. »Ich sehe ihn viele Jahre lang zusammen mit seinem Pa Netze voller fetter Fische einholen.« Sie bettete das Kind auf die Brust seiner Mutter und strich zärtlich über das flaumige Köpfchen.»Bald werdet Ihr selber eines haben«, krächzte die Tante, als sie ihr einen alten Lumpen reichte. »Man wird bei der Wahl des Freiers nicht wählerisch sein, heißt es. Nicht jetzt, wo der König so krank ist.«»Still!«, zischte die Frau auf dem Farnlager zornig. Rhiann rang sich ein Lächeln ab und säuberte ihre Hände. »Trink zweimal täglich einen Sud von aufgebrühtem Waldmeister«, mahnte sie die junge Mutter. »Das wird den Milchfluss anregen.« »Danke, Herrin.«»Ich muss gehen. Alle guten Wünsche für dich und das Baby.« Die Frau drückte ihr Kind an sich. »Und für Euch, Herrin.« Draußen vor der kleinen Hütte vertrieb eine frische Morgenbrise den Gestank nach Fisch und Mist. Rhiann holte tief Atem und versuchte, die Worte der alten Frau zu verdrängen, als sie sich über das Gatter des Kuhpferches beugte, um ihre verkrampften Rückenmuskeln zu lockern. Die knochige Kuh muhte und rieb die Flanke an ihrer Hand. Unwillkürlich musste Rhiann lächeln.Viele Edelleute von Dunadd hätten verächtlich auf diesen Hof herabgeblickt; auf das Torfdach der Hütte, den Zaun aus Treibholz und die algenverkrusteten Fischernetze. Rhiann fand, dass ein tiefer Frieden von dem Hof und dem kleinen farnüberwucherten Tal ausging, in dem er lag. Salzwasserduft und der leise Gesang der Fischer wehten über die Bucht. Der Tag hatte für alle gut begonnen und würde im selben Rhythmus verlaufen wie alle anderen Tage auch. Ein solches Leben erschien ihr ausgesprochen verlockend. Es verlief ruhig. Ereignislos. Vorhersehbar.Plötzlich kam eine winzige Gestalt um die Hausecke geschossen und prallte gegen ihre Beine. Sie bückte sich und schwang den kleinen Jungen hoch in die Luft.
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