Wer keine Ahnung von Projektarbeit hat, dem wird dieses Buch einen guten pragmatischen Quereinstieg in alle Tiefen und Untiefen eines Projektlebens geben. Das Buch gibt keinen Leidfaden ab, wie man ein Projekt zum Ziel führt. Es hilft eher zu verstehen, wo die Tücken des Projektlebens liegen, wie sie sich darstellen und wie sie sich äußern. Freilich kann das Buch nicht nur Erklärung bestimmter Verhaltensweisen bestimmter "Kollegen" diene, es kann auch als Machiavelli- und Sunzi-Ergänzung herhalten, um Projekte zu torpedieren. Das liegt in der Natur einer solchen Beschreibung. Das Wissen aus bestimmten Dingen bietet immer zwei Handhabungsmöglichkeiten. Das Buch spricht hierbei mit Beispielen aus der Praxis.
Für Projektarbeit-Fortgeschrittene wird dieses Buch nicht wesentlich umwerfend Neues bringen. Bestenfalls kann es als Spiegel dienen, um das eigene Projekt zu reflektieren oder eventuell zu strukturieren.
Das Buch ist leicht und locker zu lesen. Auf dem Einband wirbt es zutreffend damit, dass es "leichte Fortbildung nach einem langen Arbeitstag" sei.
Wer einen Ratgeber zur Projektarbeit sucht, der wird mit diesem Buch sich nicht anfreunden können. Die Einführung in die Projektarbeitsphilosophie und eine Erklärung guter Projektarbeit leistet das Buch nicht. Es ist eher als Ergänzung zu den eigenen gemachten Erfahrungen gedacht. Und - auch das sollte sich jeder bewusst sein - nicht jedes mal glänzt Projektarbeit mit Murks und Chaos. Es gibt sogar Projekte, die laufen so glatt wie ein Babypopo. Solche soll es auch geben.
Ich selber habe einiges wiedergefunden, was mir in Projektarbeiten bereits widerfahren ist, und das Buch half mir beim Einordnen dieser Dinge. Das Buch ist kein Meisterwerk aber für drei Sterne zu gut, aber mit fünf wäre es überbewertet. Daher erhält es von mir gute vier Sterne. Es wird garantiert bei mir sicherlich immer wieder mal aus dem Regal geholt werden, um einzelne Dinge nochmals nachzulesen