Tom Cain ist für mich die Thriller-Entdeckung des Jahres im Genre des Agenten- und Actionthrillers. Zuletzt war ich beim Lesen von "Die Bourne Identität" von Robert Ludlum vor wohl mehr als 20 Jahren so positiv überrascht und gefesselt.
Der Roman nutzt die Verschwörungstheorien rund um den vielleicht bekanntesten Autounfall der Welt - den Tod von Prinzessian Diana (obwohl der Name im ganzen Roman nie erwähnt wird). Der Thriller stellt gleich zu Beginn den Täter vor: Samuel Carver - ein Auftragskiller. Ein Profi! Aber diesmal wird der Profikiller rasch selbst zum Opfer. Andere Profis wurde auf ihn angesetzt, darunter Alex Petrowa.
Die Helden in diesem Thriller sind alles andere als strahlend. Von "James Bond" ist das weit entfernt. Samuel Carver und Alex haben mehr Schatten als Licht und sind gerade deswegen so faszinierend. Im ganzen Roman gibt es nicht die "Guten". Jede Figur, jede Organisation ist dunkelgrau, düster und undurchsichtig.
In diesem Umfeld, dass eine spannenden Hintergrund bietet, bewegt sich die Thrillerhandlung gnadenlos rasant und vor allem mit gnadenloser Härte voran. Das Finale geht dann wirklich an die Nerven des Lesers und lässt mit offenem Mund und Angst im Nacken die Zeilen verschlingen.
Insgesamt ist der Roman ein Spannungslesevergnügen von der ersten bis zur letzten Seite. Interessante Charaktere, komplexe Verschwörung, hohes Erzähltempo ohne auch nur den geringsten Durchhänger und knallharte Action und trotzdem bleibt der Roman immer glaubhaft und nachvollziehbar. Wer mit den besten Robert Ludlum Romanen aufgewachsen ist und mit der jetzigen Ausschlachtung des Ludlum-Namens (zurecht?) nicht mehr zufrieden ist, wird in Tom Cain garantiert seine neue Liebe finden. Cain hat hier absolut ein tolles Spannungswerk im Genre des Agententhrillers geschaffen. Gemeinsam mit "Die Bourne Identität" dem Genreklassiker oder düsteren Action-/Agententhrillern der neuen Generation wie "Ticket nach Tanger" von Jenny Siler, "Spymaster" von Gayle Lynds oder "Der Coreolanus Betrug" von Marcus Koenig einer meinter Top-Lesetipps für all jene die derartige Thriller mögen. Die beiden Nachfolger von Tom Cain werden garantiert auch gelesen.
So viel Euphorie: Einzig mit "Der Schakal" von Frederick Forsyth würde ich das Buch nicht vergleichen. Die literarische Qualität von "Der Schakal" ist sicher besser - die Non-Stop - Spannung aber wohl bei Tom Cain höher.