15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Target, 28. Februar 2002
Rezension bezieht sich auf: Target (Broschiert)
Nun ja, Lem, ist schon besser oder besser: anders. Hammerschmitt macht Spaß, hat eine angenehme Sprache, und versteht es, spannende SF zu schreiben. Die Szenarien sind etwas dreckig und kaputt. Die Idee, einen Roman aus der Sicht eines leicht zur Romantik neigenden Computers zu schreiben, ist reizvoll und nicht ohne Witz umgesetzt. Target bleibt bis zum Ende aufregend, kein vordergründig erhobener Zeigefinger (sehr angenehm), schöne Verschwörungstheorie im Hintergrund und eindrückliches Sterben aller beteiligten Humanoiden. Ich war überrascht, soetwas von einem Deutschen zu lesen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Unlogische Story in filmreifem Ambiente, 24. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Target (Broschiert)
Zur Handlung:
Ein übbriggebliebener Android einer Expedition zu einem geheimnissvollen Krater im einzigen Wald eines militärischen Manöverplaneten erzählt vom Scheitern aller vier menschlichen Begleiter, dem Verlust aller Ausrüstungsgegenstände und den unheimlichen Gewächsen dieses 5 Kilometer tiefen Kraters.
Und er tut dies mit philosophischen Betrachtungen zu sich selbst, seinen Wahrnehmungen und seinen Kameraden, sowie einem gehörigen Mass an Ironie und "Maschinen-Romantik".
Die Kulisse des Kraters, der Lebensformen in ihm, die sich scheinbar, gleich einem Immunsystem, gegen das Raumschiff und die schon bald herumkletternden Eindringlinge wehren, wirkt surrealistisch und erinnert an Bücher von S.Lem ("Der Unbesiegbare","Fiasko") und der Brüder Strugatzki ("Picknick am Wegesrand").
Das Verhalten der 4 ForscherInnen wirkt völlig unrealistisch. Schon die Tatsache, dass man startet und dann erst, wenn es schon zu spät ist schaut, ob man überhaupt eine Verbindung zum Mutterschiff hat, ist völlig unlogisch.
Die Verwandlung des Expeditionsleiters in einen Wahnsinnigen, der Freitod einer Forscherin und der weitere Handlungsverlauf wirken zu absurd, als das der Leser ihn noch als "mögliche Entwicklung" akzeptiert.
Der Surrealismus des Ambientes, die menschlich angehauchten Betrachtungen des Androiden mit ihrer Unernsthaftigkeit, geben der Geschichte Lesbarkeit und Substanz.
Hammerschmitt hätte diesen Kurzroman mit realeren Charakteren, mehr Sorgfalt und mehr "Waldtypologie" zu einem grösseren Roman ausbauen sollen.
Das hätte der Grundidee gutgetan.
Auch wenn diese, wie ich mich erinnere, halb geklaut ist. Es gibt von einem amerikanischen Autor aus den '80ern eine ganz ähnliche Geschichte von einer Verfolgungsjagd aus einem Krater heraus, der voll verschlungener Wurzeln und Sträucher ist und keine Flucht mehr zulässt.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Endlich!, 9. Mai 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Target (Broschiert)
Stanislaw Lem hat endlich einen wuerdigen Nachfolger gefunden. Das soll aber nicht heiszen, dass Marcus Hammerschmitt bei Lem kopiert. Er hat nur als einer von wenigen SciFi-Autoren wie Lem erkannt, dass auszerirdische Lebensformen, wenn es sie geben sollte, keine gruenen Maennchen mit Antennen am Kopf sind, sondern wahrscheinlich so voellig verschieden von uns, dass eine Verstaendigung oder gar ein Verstehen voellig unmoeglich ist. Auf dem Planeten "Target" ist es ein mysterioeser Wald, der irgendwie lebendig oder gar intelligent zu sein scheint und in befremdlicher Weise auf die menschlichen Eindringlinge reagiert: Hohes literarisches Niveau, gleichzeitig ungemein spannend und gnadenlos pessimistisch.
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