Die 80er Jahre verliefen für die Disney Studios mehr als turbulent, und waren das wohl schwerste Jahrzehnt für das Studio. 1981 lieferten sie mit "Cap und Capper" einen an alte "Bambi"-Tage erinnernden, charmanten Film vor, der zu Zeiten von "Krieg der Sterne" und Steven Spielberg an den Kinokassen jedoch unterging.
Der Publikumsgeschmack hatte sich sehr gewandelt (auch im Zeichentrickfilm gab es nun ernstzunehmende Konkurrenz), und die Disney-Studios orientieren sich neu. Ihr nächster Film, "Taran und der Zauberkessel", sollte etwas für Disney völlig neues bieten. Und so kam es 1985 zu diesem düsteren, rauhen Fantasyfilm, an dem fast nichts an die alten Disney Filme erinnert. Viel mehr kupferte er von der Konkurenz ab. Ralph Bakshi hatte mit seinen Filmen eine neue Härte in den Zeichentrick gebracht ("Der Herr der Ringe", "Die Welt in 10 millionen Jahren"), der mit Hardrock unterlegte Film "Heavy Metal" war ein großer Kinoerfolg, und Filme wie "Das letzte Einhorn" legten Magie und Spannung im Zeichentrickfilm ganz neu aus. Von all diesen Filmen nahm Disney ein paar Zutaten und sorgte so für den vielleicht ungewöhnlichsten all ihrer Filme.
Tatsächlich ist der Film gelungen, sehr spannend und unterhaltsam. Stimmungsvoll und recht erwachsen. Eben typische Fantasy. Doch mit Walt Disney hatte das nicht mehr allzu viel zu tun. Und das sich der große Name "Walt Disney" auch als Fluch erweisen kann, bewies "Taran": Ein gelungener, spannender Film. Doch das Publikum war entsetzt! Die Kinder wurden durch die Düsternis verschreckt, und Erwachsene waren enttäuscht von diesem untypischen Film, der nichts von dem hat, wofür der Name "Disney" steht. Der Film wurde ein katstrophaler Flop, was besonders schmerzhaft war, weil der Film recht hohe Produktionskosten hatte. Und so begann für das Studio die Suche nach etwas, was sowohl neu und frisch war, aber auch all das bot, was man von Disney erwartet. Etwas, das Disney-Fans begeistert, aber auch neue Zuschauer anlockt. Nach 2 weiteren schlimmen Flops fand Disney 4 Jahre später schließlich mit "Arielle, die Meerjungfrau" auf die Erfolgsspur zurück.
Noch ein Wort zur DVD: Der Film liegt zwar in seinem Originalformat (2.35:1) vor, doch das Bild ist unscharf und teilweise etwas grobkörnig. Die Extras sind (wie fast bei jeder "Special Collection") eher nichtssagend.
Fazit: "Taran und der Zauberkessel" ist ein Film, der jedem gefallen dürfte außer den Disney-Puristen. Dann schon eher den "Disney-Hassern"! Denn wenn es einen Disney-Film gibt, der so gar nichts von Disney hat, dann ist es dieses Werk!