Nach langem Warten hat es endlich geklappt: Ich habe mein Tara-Hadrian-Buch bekommen. Karton aufgerissen, Folie abgepult und gefreut. Dazu muss ich sagen, dass ich über Umwege auf diese Neuerscheinung aufmerksam geworden bin. Einem Fantasy-Freund ist "Tara Hadrian" zufällig im Buchladen wegen des Covers aufgefallen, weil es sich nicht nur auf die Frontseite beschränkt, sondern es tatsächlich ringsrum etwas zu entdecken gibt. Den Klappentext und die ersten Seiten fand er so spannend, dass er es für 14,90 (Hardcover!!!) mitgenommen hat und seitdem nur noch schwärmt. Ich habs mir bei Amazon bestellt und beim Googlen sogar die Homepage zum Buch gefunden. Glücklicherweise, denn so konnt' ich während der Wartezeit bis zur Lieferung schon mal anlesen und stöbern.
Der Autor ist mir im Fantasy-Genre noch nicht übern Weg gelaufen, ist vermutlich sein Debüt. Aber eins könnt ihr mir glauben: Sein Stil, die Geschichte spannend zu erzählen und die Figuren detailreich zu beschreiben, hats wirklich in sich. Eintauchen, in die Welt von Tara ist wirklich leicht, die Spannung hält er über nahezu jede Seite, ständig passiert etwas Neues oder Unvorhergesehenes ohne das es aufgedrungen wirkt. Die Story und Idee ist einfach genial: Es geht um unseren Planeten. Bisher, zumindest ist es mir beim Lesen noch nicht anders begegnet, wird die Erde ja immer nur angegriffen von irgendwelchen Supermächten oder Außerirdischen oder ihr Ende naht, wegen welcher Katastrophe auch immer. Aber hier hat sich der Autor echt die Mühe gemacht, nicht nur ein komplettes Paralleluniversum zu schaffen, sondern er hat auch noch den Spieß umgedreht: Unsere Erde wird von Fremden beschützt. Wer die sind? Dreimal dürft ihr raten (kleiner Tipp, Blick aufs Cover hilft ;) ). Der Leser erwacht mit Tara einem Haus voller Spiegel in einem kleinen irischen Dorf. Nur wenige Hinweise wie ein Käfer und eine Karte findet Tara. Dabei sucht sie etwas viel bedeutsameres: ihr Gedächtnis. Und das ist auch der Schlüssel, der sich erst am Ende des Buches erklärt. Der Weg ist das Ziel, sozusagen. Der Leser entdeckt mit ihr Stück für Stück das Ausmaß ihrer Aufgabe und Verantwortung, denn sie ' das wird schnell klar, ist eine der letzten Überlebenden, die die Erde beschützen können. Dabei hilft ihr Nevis, ein Junge aus dem Dorf (super witziger Charakter und herrliche Beschreibung durch die Dialoge). Und der Biotechanoid Buckminster (ja, auch Science-Fiction-Freunde kommen bei diesem Fantasy-Roman nicht zu kurz).
Zum Inhalt möchte ich nicht sehr viel mehr verraten, außer dass der Autor sich wirklich viel Mühe für ausgefallene Ideen gegeben hat: So erweckt er lebendige Steine, die durch Gedanken beeinflusst, zu Kämpfern gegen die Erdmenschen (Ja, uns) eingesetzt werden können. Mich hat das als erstes an die Steinbeißer-Familie erinnert aus der Unendlichen Geschichte aber das sei eurer Phantasie überlassen. Es gibt Raumkrümmer zur Überbrückung der Zeit, denn ja es kommt unweigerlich zur Zeitreise, da Tara die bösen Mächte nur im Mittelalter besiegen kann, und diese Raumkrümmer ernähren sich vom Blut ihrer Piloten. Gravarstiefel und 'schwingen erlauben schnelles Fortbewegen, Schildkugeln machen Waffen unbrauchbar ' alle außer Schwerter und die gabs ja glücklicherweise im Mittelalter'und nicht zu vergessen, die Mondlichttreppe ' hier beginnt die Reise, ein wirklich schönes Bild, denn meine Phantasie vom Mann im Mond wurde bestätigt. Wobei der Mann im Mond in diesem Roman ein wirklicher Meisterdenker ist. Und diesen Meisterdenker seht ihr auch auf dem Cover. Mehr möchte ich wirklich nicht verraten. Das wirklich Schöne an dem Buch: Alle Rätsel, die irgendwann mal aufgeworfen wurden, sind am Ende gelöst, zur großen Überraschung nicht immer ' wie vom Leser erwartet aber das macht es ja auch spannend.
Ein Tipp, weil Bücher ja keine FSK haben. Hier gilt in jedem Fall der gleiche Grundsatz wie bei Harry Potter: Jeder Erwachsene, der es nicht liest, hat was verpasst. Für Kids ist es je nach Entwicklung ab 12 oder 14 Jahre geeignet aber das könnt ihr ja selber sehen. Viel Spaß und vielleicht ist der neue Harry ja weiblich ;) Diesmal zumindest, hab ichs nicht erst nach dem Hype gelesen.