Vielleicht lässt sich "Tapehead" am besten durch das Plattenlabel charakterisieren, bei dem King's X unterschrieben hatten: Das texanische Trio war nämlich bei "Metal Blade" gelandet. Und es erscheint völlig logisch, dass die Musik dieser CD auf schwerem Groove und fetten bis schneidenden Gitarrenriffs basiert.
"Tapehead" ist nach "Dogman" wohl das zweitrotzigste Werk der Groove- Rocker, vielleicht insgesamt noch einen Tick härter im Sound, dafür etwas weniger funky. Wo man auf "Ear Candy" ein paar Soundgimmicks und Verwobenheiten zu viel eingebaut hatte, ist auf "Tapehead" musikalisch und textlich jeder überflüssige Schnörkel weggeschmolzen, und übrig bleibt die Essenz - aber die ist verdammt überzeugend. Hört euch "Groove Machine" und "Hate you" an (am besten laut), und ihr wisst, was ich meine. Das Songwriting ist souverän und konsequent auf das Wesentliche beschränkt, die Produktion ist fett, transparent und trocken. Bloß der Bonustrack "Walter Bala Farkas" ist kein Song, sondern Unsinn.
Insgesamt ist "Dogman" wohl noch einen Tick besser als "Tapehead", und "Gretchen goes to Nebraska" ist wesentlich komplexer in Songwriting und Arrangements. Trotzdem kann ich für "Tapehead" nur eine Kaufempfehlung aussprechen, besonders für diejenigen, die "Dogman" schon haben und lieben.