Ich freute mich auf das neueste Buch von Theo Fischer. Im Buch fand ich viele interessante Ansätze, die sogar unmittelbare Auswirkungen auf mich hatten. Zumindest im ersten Drittel des Buches. Späer hatte ich den Eindruck, dass alles konfus durcheinander ging, bemüht-konstruiert war und gar nicht zusammenpaßte.
Sehr irritierend war für mich Fischers Diffamierung anderer Konzepte der Erkenntnis und sein Anspruch auf eine Art Deutungshoheit. Das widerspricht fundamental dem Gedanken von Tao. Ich befürchte, er verrennt sich da in einer Art (nicht zugegebenem, gar vehement verneintem, aber vorhandenem) Guru-Anspruch, den er aber komplett von sich weist und verächtlich macht, jedenfalls zumindest für andere Gurus.
Leider versteht Theo Fischer nicht, dass Taoismus und die Auflösung des Ego, des Ich (wie im Hinduismus und Buddhismus thematisiert, was er aber ablehnt) identisch sind. Er versteht nicht, dass erst das Abstreifen des Ego, des Ich ein Leben im Tao erlaubt. Deshalb befürchte ich, dass er weder Taoismus noch Allan Watts verstanden hat, sondern nur sein eigenes modernes (Guru-)Programm abspult.
Vielleicht passiert das, wenn man vom Leser zu sehr vrwöhnt wurde. Das Buch war für mich sozusagen eine Enttäuschung.