Wenn sogar der Spiegel (Nr. 40/2000) zur Auffassung kommt, daß der Schwede Ake Edwardson dem anderen Schweden Henning Mankell Konkurrenz macht, dann müßte daran etwas dran sein - könnte man meinen. Tatsächlich kann man die beiden nicht unmittelbar vergleichen: Edwardsons Winter ermittelt in der Großstadt Göteborg, Mankells Wallander auf dem Lande; Edwardsons Stil ist abrupter mit filmschnittartigen Szenen, Mankells Stil ist wie ein dahinfließender Strom; und: Edwardson kann nicht die Spannung bringen, die Mankells Büchern innewohnt. Nichtsdestoweniger ist Edwardsons erstes Buch mit Kommissar Erik Winter "Tanz mit dem Engel" (Ullstein 25221 - "Dans met en Ängel", 1997) ein durchaus interessanter Kriminalroman. Winter ermittelt in einem Fall, bei dem ein junger Mann auf sadistische Weise - offenbar einem bestimmten Ritual folgend - ermordet wurde. In einem nahezu identen Fall ermittelt sein Londoner Kollege McDonald. Beide Kommissare arbeiten - nachdem die Tatidentität festgestellt werden konnte - gemeinsam an der Aufklärung der grausamen Verbrechen. Die Lösung ist jedoch psychologisch nicht unbedingt realistisch.