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Tanz mit der Zeit
  

Tanz mit der Zeit

Trevor Peters    Nicht geprüft   DVD
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Regisseur(e): Trevor Peters
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B0012LE7WI

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Double Pas de Deux 6. Juni 2008
Von MissVega
Format:DVD
Alte Menschen sind langweilig? Entsprechen nicht mehr dem gängigen Schönheitsideal? Erzählen nur langweiliges Zeug von damals? Erleben nichts mehr? Interessieren sich nur noch für ihre Krankheiten und Patiencen? Sind gebrechlich und oft nicht mehr ganz klar im Kopf? Wer all das oder auch nur eins davon glaubt, der sollte sich ganz schnell die wundervolle Dokumentation "Tanz mit der Zeit" anzusehen. Sie wird ihn eines Besseren belehren, in jedem einzelnen Punkt.

Regisseur Trevor Peters hat hier ganz zauberhafte 103 Minuten Doku-Geschichte geschrieben (hat er wirklich, da auch das Drehbuch auf seine Kappe geht) und vier alte Menschen noch einmal zu dem gemacht, was sie einmal lange Zeit waren: zu Hauptdarstellern auf einer Bühne, und nun sogar im Kino und auf DVD.

Die Choreographin Heike Hennig hat sich ganz bewusst alte, ehemalige Tänzer der Oper Leipzig gesucht, um mit ihnen ihr Stück "Zeit - tanzen seit 1927" auf die Bühne zu bringen. Alle waren bekannte und gute Tänzer in den 50er und 60er Jahren der damaligen DDR. Der Jüngste ist mittlerweile 65, die Älteste 81 Jahre alt, doch sie alle verbindet eine ungebrochene Liebe zu ihrer Leidenschaft, dem Tanz. Alle haben eine klassische Ballettausbildung genossen und anschließend an renommierten Theatern in der DDR getanzt, bis entweder Alter oder Unfälle sie zum Umdisponieren gezwungen haben. In abwechselnder Schnittfolge präsentiert Peters die Tänzer auf und abseits der Bühne, lässt sie von früher erzählen, wie sie wurden, was sie sind und warum sie immer noch, trotz körperlicher Einschränkungen, so gerne tanzen. Er passt sein Tempo dem seiner Protagonisten an, gleicht diese langsame Erzählweise durch immer wieder berührende bis bewegende Bilder und Aussagen aus, so dass keine Langeweile aufkommt.

Da wäre zum Beispiel Ursula Cain, gerade mal 1,50 m groß, 81 Jahre alt, doch noch mit derselben Anmut und Disziplin ausgestattet wie zu ihren besten Zeiten. Sie hat bis 1962 aktiv getanzt, dann beendete ein Unfall ihre Bühnenkarriere. Dennoch ist sie dem Ballett stets treu geblieben, indem sie als Tanzpädagogin gearbeitet hat - bis heute!

Auch für Christa Franze, ebenfalls 81, ist tanzen ein fester Bestandteil ihres gesamten Lebens gewesen, auch wenn sie nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn Buchhändlerin geworden ist. Ihr damaliger Chef sagte ihr, sie würde "an den Regalen entlang tanzen" und auch in der Oper fiel es ihr als Gast stets schwer, ruhig auf ihrem Stuhl sitzen zu bleiben.

Nicht minder beeindruckend sind die beiden Tänzer dieses Senioren-Ensembles: Siegfried Prölß hat bis 1972 Ballett getanzt und hat anschließend Fotografie studiert. Auch er ist der Bühne auf diese Weise verbunden geblieben, denn er wurde freischaffender Bühnenfotograf. Mit seinen 74 Jahren wirkt er noch ungeheuer vital und lebenslustig. Dies gilt ebenso für Horst Dittmann, der eher zufällig zum Tanz kam, aber ebenfalls eine klassische Ballettausbildung absolvierte und bis 1979 aktiv getanzt hat. Dann hat er sich, von heute auf morgen, gegen das Choreographie-Studium entschieden und ist Töpfer geworden. Bis er 1992 seiner nächsten Berufung folgte und Sozialarbeiter wurde, als der er bis heute tätig ist - für alte Menschen.

Zu den beeindruckendsten Szenen des Films gehört die, in der Horst Dittmann und Ursula Cain zusammen tanzen. Es treibt einem die Tränen in die Augen, mit welcher Grazie Ursula Cain sich zur klassischen Musik bewegt, wie diese winzige, gebückt gehende Frau auf der Bühne aufblüht und im wahrsten Sinne des Wortes Haltung annimmt. Wie sie von Dittmann fürsorglich und ehrfurchtsvoll "umtanzt" wird, wie er sie wie eine Feder hochhebt, während die Beiden ihren ganz eigenen Pas de deux tanzen. Die Intimität und Vertrautheit, die hier entsteht, ist ergreifend und überträgt sich auf den Zuschauer.

Der Film dreht glanzvolle Pirouetten um seine Hauptdarsteller, beleuchtet ihr früheres und jetziges Leben, lässt ihnen Raum, sich zu entfalten und zu präsentieren, lässt sie erzählen, was sie auf und neben der Bühne erlebt haben und warum tanzen ihre einzig wahre Leidenschaft war und ist, über so viele Jahrzehnte hinweg. Sie alle haben sich damals auf vielen deutschen Bühnen getroffen und zusammen gearbeitet. Nun hat Heike Hennig sie mit ihrem Theaterstück wieder zusammengeführt und es scheint, dass, sobald sie auf der Bühne stehen, die Zeit spurlos an ihnen vorübergegangen ist. Natürlich sind sie alt, natürlich haben sie Falten und natürlich bewegen sich ein wenig unsicher ab und an, aber alle vier haben eine unglaubliche Ausstrahlung und es fällt nicht schwer, sie sich in Tutu oder engen Strumpfhosen und Spitzenschuhen vorzustellen, wie sie das tun, was sie immer tun wollten - tanzen.

Dem ein oder anderen mag der Film zu ruhig sein und zugegebenermaßen haben sich mir einige Choreographien von Heike Hennig nicht so ganz erschlossen, aber alles in allem bietet sich dem Zuschauer hier ein bunter Reigen überaus interessanter Menschen, die sich trotz einiger Rückschläge und Umwege immer wieder ihre Träume erfüllt haben und die einfach verdammt viel zu erzählen haben. Bewundernswert, berührend, interessant, ergreifend, humorvoll, großartig. Man sollte sich viel öfter mit alten Menschen unterhalten, denn wer kennt die Welt besser und kann auf einen unendlich großen Erfahrungsschatz zurückgreifen, wer hat so viel gesehen und erlebt und gelernt, wenn nicht sie? Zumindest sollte man sich diesen Film ansehen, er hat die Aufmerksamkeit, mit der man sich ihm widmen sollte, voll und ganz verdient. Deshalb vier von fünf graziösen und anmutigen Primaballerinas mit einem Schuss Doppelherz.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kinder-Rezension
Format:DVD
Rührende und interessante Dokumentation über ehemalige Ballett-tänzerInnen mit interessantem geschichtlichen Einblick in ihre damaligen Tanzzeiten gegen sozialen/kulturellen/ politischen Hintergrund. Aber auch (über Interviews) vor allem ein schöner Einblick in Alterungsprozessen und wie man in Würde altwerden kann: es können sich immer wieder neue Wege öffnen für wer dafür offen ist, trotz Einschränkungen. Der Zaubertrick heißt "Präsent sein". Der Film ist sehr schlicht enszeniert und hat mir gut gefallen. Empfehlenswert für alle Menschen die beruflich mit alten Menschen zu tun haben und für alle mit Interesse an Ballett!
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Tanz mit der zeit DVD 4. Oktober 2010
Format:DVD
Ja , nun da hat man einen wirkliche Motivation ... auch als Oldie Tanzinteressierter ... und auch Tänzer ...
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