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Tanz um dein Leben
 
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Tanz um dein Leben [Broschiert]

Mary Jane Clark , Christine Strüh
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die junge Leslie Patterson ist spurlos verschwunden.. Als sie drei Tage später wieder auftaucht und behauptet, entführt worden zu sein, glaubt die Polizei an eine Selbstinszenierung. Doch kurz darauf verschwindet ein anderes Mädchen - und wird zwei Tage später tot aufgefunden. Reporterin Diane Mayfield von KEY NEWS reist nach Ocean Grove, den idyllischen Badeort am Atlantik, um von dort live zu berichten.

Über den Autor

Mary Jane Clark hat im Jahre 1998 ihren ersten Thriller veröffentlicht. Sie ist auch Produzentin bei CBS in New York. Die Autorin lebt in New Jersey.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Donnerstagabend, 18. August
Da sie nichts sehen konnte, waren die übrigen Sinneswahrnehmungen intensiver.Blind stand sie in der Dunkelheit. Aber in der Ferne hörte sie das beharrliche Rauschen des Atlantischen Ozeans und direkt über sich leises Flügelschlagen. Ihre Nasenflügel bebten, so heftig war der muffige, modrige Geruch. Der Boden unter ihren nackten Füßen war feucht und kalt, und ihre Zehen krallten sich in die nasse, sandige Erde. Auf einmal streifte etwas ihren Knöchel, und sie betete, dass es nur eine Maus war und keine Ratte.Drei Tage in diesem dunklen Verließ waren mehr als genug. Wenn sie noch länger hier bleiben musste, würde sie bestimmt den Verstand verlieren. Doch wenn man sie fand, würde die Polizei bestimmt alles ganz genau wissen wollen. Um zu überleben, musste sie jedes Detail ganz genau wiedergeben können.Sie würde der Polizei erzählen, wie er sie allein gelassen hatte, stundenlang.So kam es ihr jedenfalls vor. Sie würde erzählen, wie er sie geknebelt hatte,wenn er ging, damit niemand sie schreien hören konnte, und wie er den Knebel nur lockerte, um seinen Mund auf ihren zu pressen, wenn er zurückkam.Die Polizei würde wissen wollen, was er zu ihr gesagt hatte, aber sie würde entgegnen, dass sie ihm nach dem zweiten Tag der Gefangenschaft keine Fragen mehr gestellt hatte, weil er ihr sowieso keine Antwort gab. Er machte ihr ausschließlich mit seinen Berührungen klar, was er von ihr wollte. Natürlich würde sie auch erzählen, wie er sie gestreichelt und hochgehoben hatte, wie er seinen Körper an ihren gedrückt und sie gewusst hatte, dass sie sich ihm fügen musste.Während sie in Gedanken die Informationen ordnete, die die Polizei garantiert von ihr brauchen würde, spürte sie ein vertrautes Rumpeln im Magen. Sie hatte nur sparsam von der mageren Verpflegung gegessen, aber das machte ihr eigentlich nichts aus. Hunger war ihr ein vertrauter Freund. Sie wusste, dass die Fähigkeit, mit minimaler Nahrungsaufnahme auszu-kommen, zu ihren beeindruckendsten Stärken gehörte - auch wenn ihre Eltern das selbstverständlich ganz anders sahen. Genau wie auch ihre früheren Freunde, ihre Lehrer und die Ärzte und Therapeuten, die sich so viel Mühe gegeben hatten, sie von dem Weg abzubringen, den sie sich ausgesucht hatte. Sie begriffen nicht, was doch so offensichtlich war. Nicht zu essen bedeutete absolute Kontrolle.Sie lauschte den Tauben, die im Dachgesims über ihr leise gurrten, und dachte an ihre Eltern. Bestimmt machten sie sich fürchterliche Sorgen. Sie stellte sich vor, wie ihre Mutter weinte, während ihr Vater im Zimmer auf und ab wanderte und mit den Fingerknöcheln knackte, wie er es immer tat, wenn er nervös war. Ob alle Leute in der Stadt nach ihr suchten? Sie betete, dass es so war. Sie hoffte, dass alle, die ihr jemals Unrecht getan, die sie gemein behandelt oder gar verletzt hatten, sich jetzt Sorgen um sie machten.Das leise Rauschen der Wellen kam und ging, und sie begann, sich im Rhythmus hin und her zu wiegen, um sich zu beruhigen. Es würde alles gut werden. Es musste einfach gut werden. Sie würde der Polizei erzählen, was passiert war,wie er sie wortlos emporgezogen hatte. Ohne Worte, nur indem er seinen Körper neben ihrem bewegte, hatte er ihr gezeigt, was sie tun sollte. In der Dunkelheit hatte sie für ihn getanzt. Immer und immer wieder, in dem verzweifelten Versuch, ihm zu gefallen. Sie hatte um ihr Leben getanzt.
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