...die Vampire - in dieser Konzertversion des beliebten Grusicals zum zehnjährigen Jubiläum. Mit teils kreativem Casting wurde hier etwas auf die Beine gestellt, das sowohl für Fans eines der besten Stücke hierzulande gebührend feiert als auch Neueinsteigern den Stoff wunderbar präsentiert. Thomas Borchert in der Rolle des Krolock kommt natürlich nicht an Steve Barton heran, er hat aber wie schon oft bewiesen die nötige Stimmgewalt für diese Rolle. Sein Vampirfürst ist zwar ein wenig zu gefühlskalt dargestellt (z.B. "Gott ist tot"), das trifft jedoch nicht auf den SOng zu nach dem jeder Krolock gemessen werden muss, nämlich die "Unstillbare Gier". Eine angemessene Performance. Gernot Kranner hat die Rolle bereits damals in Wien verkörpert, und die 10 Jahre scheinen fast spurlos an ihm vorübergegangen zu sein. Thomas Bayer als Chagal, Tina Schöltzke als Rebecca und Suzan Carey als Magda vermögen alle nicht uneingeschränkt zu überzeugen, haben aber auch zu wenig Geleghenheit ihr Können unter Beweis zu stellen. Tim Reichwein als Herbert hingegen vermag der Rolle den nötigen Charme zu verleihen. Als Alfred und Sarah sind Lukas Perman und Marjan Shaki zu hören - eine gelungene Castingidee, da beide in Wien als die Titelrollen in "Rome und Julia" zu sehen ware, von daher stimmt die Chemie zwischen ihnen. Besonders Marjan Shaki überzeugt auf ganzer Linie. Die SOundqualität ist sehr gut, es ist für Fans interessant anhand dieser hervorragenden Aufnahme mit Live-feeling nachzuvollziehen, wie sich das Stück und die Arrangmements in 10 Jahren verändert haben. Ein weiterer Bonus für die Fans ist natürlich, dass mit dieser CD die erste offizielle deutsche Aufnahme von "Stärker als wir sind" vorliegt, einem absoluten Highlight der Show, das leider erst für die Deutschland-Premiere geschrieben wurde und somit auf den bisherigen Wiener Aufnahmen nie zu hören war. Dieser Track allein würde den Kauf rechtfertigen. Einen Stern Abzug gibt es für die etwas seltsame Songauswahl. Wofür zum Beispiel das "Bücherlied"? Stattdessen fehlt ein weiteres Highlight, nämlich "Carpe Noctem". Es ist natürlich nicht zu erahnen, ob es nur für die CD geschnitten wurde oder bereits im Konzertprogramm nicht enthalten war, aber beides ist unverzeihlich, besonders in Anbetracht der Tatsache dass noch genügend Spielzeit frei war, zumindest wenn man ein paar der unwichtigeren Lieder gekürzt hätte. Aber dieser Wehrmutstropfen soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Aufnahme ein absolutes Muss ist. Sehr empfehlenswert!