In diesem Buch geht es um den Soldaten Henry Faber und den Erlebnisse während seiner Dienstzeit im Luftsturmregiment 40, dem Regiment der NVA-Fallschirmjäger. Realitätsnah und mit dem nötigen Schuss Humor beschreibt der Autor die krassen Zustände in der NVA, angefangen mit der vierwöchigen Grundausbildung, dem ersten Dienstjahr als Schütze und tiefstes Mitglied in der Hierarchie, dem zweiten Jahr als sogenannter Zwischenpisser und dem letzten Jahr (welches auf Grund der politischen Veränderungen im Jahr 1989 erheblich verkürzt wurde) als EK. Um in der DDR studieren zu können, blieb vielen jungen Männern oft gar nichts anders übrig, als sich für drei Jahre zum Dienst (die Wehrpflicht betrug normalerweise nur 18 Monate) an der Waffe zu verpflichten. Dieser Dienst war mit erheblichen Einschnitten (wenig Urlaub, sinnlose Tätigkeiten, die meist nur dazu dienten, den Soldaten, oder besser gesagt den Menschen zu erniedrigen und dessen Willen zu brechen und exorbitanter Alkoholkonsum) im persönlichen Leben und vielen Entbehrungen (in dieser Zeit gingen beispielsweise auch sehr viele Ehen den Bach hinunter) verbunden. Besonders eindrucksvoll beschreibt der Auto die Repressalien, denen Soldaten in ihrer Grundausbildung von Seitens ihrer Vorgesetzten und in ihrem ersten Dienstjahr auch durch die EK- Bewegung ausgesetzt sind. In solchen Extremsituationen werden aber auch Freundschaften geboren, wie sie zwischen dem Protagonisten Henry Faber und seinen beiden Mitstreitern Steiner und Randy in diesem Roman beschrieben sind. Jeder der selbst in der NVA seinen Dienst absolviert, oder mal davon gehört hat, wird sich beim Lesen dieses Buches in seine Soldatenzeit zurückversetzt fühlen und die ein, oder andere Geschichte mit einem erkennenden Nicken und manche auch mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nehmen. Ich habe auch schon andere Bücher zu diesem Thema (Einstrich- Keinstrich - NVA-Tagebuch" (Bewertung 3 Sterne) und 18 Monate - Dienst in der NVA" (Bewertung 4 Sterne) gelesen, aber dieses hier hat mir noch besser gefallen. Aus diesem Grund vergebe ich für diesen Buch auch fünf von möglichen fünf Sternen geben.