- Technisch gesehen war sie die aufwendigste Produktion der der T.Rex Ära von 1971 bis 73. Eine Zeitschrift wie Pop schrieb damals, sie klingt wie wenn sie direkt aus einem Computer käme.
- Damals war Marc Bolan noch ein großer Star, wenn auch der Zenith nach "20th Century" Boy um die Jahreswende 72/73 überschritten war ,"The Groover" eine enttäuschende und weniger erfolgreiche Single war. Ohne Top 10 Hits in den Charts wurde Tanx veröffentlicht, im Gegensatz zu "Electric Warrior" das herauskam als "Hot Love" bereits 10 Wochen an der Hitparadenspitze war. "Slider" wurde zeitgleich veröffentliche als das seltsame "Metal Guru" den Spitzenplatz in Deutschland und England hatte.
- Originell sind die Streicher-Parts mit denen fast alle Songs unterlegt sind. Tony Visconti hat wieder gute Arbeit geleistet. Etliche Spuren auf den Tonbändern waren auch wieder für die Back-Ground-Vocals reserviert, die mnit Flo & Eddy und einigen femininen und kindlichen Tönen so strange wie eh und je klangen. Marc Feldt hatte das Talent aus wenigen Wörtern etwas zu präsentieren, das wie dramatische Lyrik klingt. Wortschöpfungen aus dem surrealistischen Kosmos von T.Rex wie "Jeepster", "Tenement Lady" "Sunken Rags" hatte ich vorher und seitdem nie wieder gehört.
- Besonders gelungen: "Tenement Lady" besteht unfertig eigentlich aus 2 Songs (Bolan hatte wenig Zeit zum Songschreiben wegen Presse und Tourneen, etc), der plötzliche computer-string artige Übergang gibt dem Track gerade das gewisse Etwas.
- "Mister Mister", "Life is strange" oder "Electric Slim" sind nicht schlechter als die guten Tracks auf "Slider", haben sogar durch den teuren "Computer"-Sound (Kraftwerk waren noch nicht bekannt, geschweigedenn einflußreich) ein gewisses Etwas, was andere T.Rex LPs nicht besaßen.
- Das Kaufmotiv liegt nicht zuletzt bei der Fülle an Bonus-Tracks, evtl. die attraktivsten Titel auf der neuen Tanx: die erfolgreichen Singles "Children of the Revolution", "Solid Gold Easy Action" und "20th Century Boy" inklusive B-Seiten waren damals auf keiner regulären T.Rex Scheibe gewesen. Deshalb: kaufen, am besten vorher erst die genannten Vorgänger CDs- anschaffen.
- Ich weiß gar nicht, was ehemalige Teenager um 1973 drei Jahrzehnte später gerade wieder zu T.Rex kommen läßt, nach Jahrzehnten reiferer Musikstile und dutzenden von neuen Favoriten ab Terry Jacks (Season in the Sun), Genesis, Grease, Neuer Deutscher Welle, U2 bis Westernhagen:
- Nicht lachen. finde, daß eine T.Rex Platte in der Lage ist, den Hörer mit nur einem Song in eine Zeitreise zu versetzen: Erinnerungsfetzen an das Wetter, die Schulereignisse jenes Monats, die Gerüche der damaligen Reinigungsmittel, die Wohnung der Familie, das Kinderzimmer, die Schlager der Woche in Bayern 2, die Wochenausgabe von Popfoto (mit den Teeny-Streitleserbriefen "Sweet" contra T.Rex) oder die Nachrichten der ARD eines bestimmten Abends mit Radiokommentaren über die Olympiade in München .