Margot Anand lehrt eine neue Herangehensweise an die menschliche Sexualität, die sowohl für Frauen als auch für Männer zu einem wesentlich erfüllterem, weil unverkrampfterem, Liebesleben führen.
Es werden zum einen Techniken zur Erhöhung von Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit der/dem Geliebten gegenüber gelehrt, aber auch, und das ist bei Tantra noch wichtiger, Meditationen, die einen über die Visualisierung bestimmter Bilder von falschen Vorstellungen befreien und einen anschliessend die wahre Ekstase beim Lieben erleben lassen.
Ein Auszug aus "Tantra - Oder die Kunst der sexuellen Ekstase":
"Ich glaube, daß Menschen sich oft in starren Geschlechterrollen festfahren, mit denen sie sich selbst begrenzen. Infolgedessen ist ihr Liebesspiel phantasielos geworden, denn sie wiederholen dabei mechanisch einen kulturell festgelegten Ablauf und genormte Reaktionen. Also wird Sex langweilig.
Weil unsere gegenwärtige Kultur die Geschlechter strikt in zwei Lager spaltet, glauben Sie vielleicht, daß Sie sich als Mensch, der mit einem Frauenkörper geboren wurde, ausschließlich weiblich verhalten, das heißt, eine Reihe gesellschaftlich vorgefertigter Rollen spielen müssen. So fühlen Sie sich vielleicht in der Beziehung zum Mann verpflichtet, immer nachgiebig, abhängig und fürsorglich zu sein, nur das zu tun, was ihm gefällt, und immer attraktiv aussehen zu müssen, um liebenswert zu sein. Wurden Sie mit einem männlichen Körper geboren, könnten Sie glauben, daß man von Ihnen ein ausschließlich männliches Verhalten erwartet. Sie meinen vielleicht, Sie müßten immer die Führung übernehmen sowie stark und kompetent sein und natürlich ein hohes Bankkonto haben.
Wie vieles von dem, was wir als weiblich und männlich bezeichnen, ein Rollenverhalten darstellt, das von der Gesellschaft beharrlich weitervermittelt und belohnt wird, könnten wir es als Risiko empfinden, die Grenzen dieser Rollen zu überschreiten. Viele Männer stehen unter dem Zwang, ihre weibliche Seite ignorieren zu müssen. Manche befürchten, als homosexuell zu gelten, wenn sie sich in irgendeiner Form weich oder verletzlich zeigen. Andere haben Angst, manipuliert und unterdrückt zu werden, wenn sie mit ihrer Gefährtin zu zärtlich sind. Und ähnlich lassen auch viele Frauen ihre unabhängige, männliche Seite nicht zu.
Sie haben Angst, für Männer nicht mehr attraktiv und begehrenswert zu sein, wenn sie die Initiative ergreifen oder offen und ohne Umschweife ihre sexuellen Bedürfnisse äußern. Diese einseitigen Haltungen spiegeln sich dann auch in unserem Liebesspiel wider."