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Die Autorin betont selbst, dies sei ein Buch, in dem frau ruhig ihrer Neugier und inneren Chaotik folgen könne. In den ersten Kapiteln erfahre ich, dass Tantra seine Ursprünge in den Riten des indischen Zami-Kults hat, ein frauenzentrierter Sexualkult, der in Indien von den Frauen einer geheimen Sekte zur Yoni-Verehrung gegründet wurde ("Yoni" bezeichnet den Ort der weiblichen Lust). Das Tantra verehrt und kultiviert unsere sexuelle Kraft und schafft dadurch einen Ausgleich zwischen Geist und Materie, Spiritualität und Emotionalität.
Ich blättere einige Seiten weiter und lese über sexuelle Selbstliebe, über lesbische Beziehungsrealitäten, über Nähe und Distanz, ich erfahre etwas über die Orte des Lustempfindens, über die Chakren, über antrainierte Sexualfeindlichkeit usw. Außerdem betont Christa Schulte, dass frau Sex üben könne. -- Denn auch wenn sie noch so verliebt sei, könne sie nicht davon ausgehen, dass alles gleich wunderschön, intensiv und orgiastisch werde. Dafür gibt dieses Buch sicherlich einige Anregungen: "praktische" Übungen, Fragen zum gemeinsamen Austausch über Sexualität oder zur Ergründung der eigenen Vorurteile und Bedürfnisse.
Gar nicht so schlecht, dieses Tantra. Zumal Schulte auch immer wieder auf alte indische und auch indianische Lehren zurückgreift. Allerdings muss ich sicher nicht jede der Übungen ausprobieren -- der "Tanz der Dämoninnen" zum Beispiel klingelt dann doch mal kurz an meinen ausgeprägten Vorurteilen. Aber in der Sexualität ist ja auch Lachen durchaus erlaubt. --Anja Buchmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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