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Tante Julia und der Kunstschreiber: In einer großartigen Hörspielinszenierung des Schweizer Radio DRS
 
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Tante Julia und der Kunstschreiber: In einer großartigen Hörspielinszenierung des Schweizer Radio DRS [Audiobook] [Audio CD]

Mario Vargas Llosa , André Jung , Herlinde Latzko , Christoph Bantzer
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: der Hörverlag; Auflage: Hörspiel (16. November 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3867177252
  • ISBN-13: 978-3867177252
  • Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 12,8 x 5,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 59.927 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein Hörspiel der Extraklasse - Dass dieser Stoff eine ideale Literaturvorlage für die Umsetzung als Hörspiel ist, hat man 2002 beim Schweizer Radio DRS erkannt; jetzt liegt die opulente, mehr als zwölfstündige Inszenierung auf zehn CDs vor." (Frankfurter Allgemeine Zeitung )

"Lebendiger kann man eine solche Geschichte kaum umsetzen." (NDR )

"Großes Kopfkino!" (FREUNDIN )

Kurzbeschreibung

Peru in den 50ern: Das Publikum liebt die Hörspiel-Seifenopern von Radio Central. So auch der 18jährige Nachrichtenredakteur Mario, der vom Schriftstellerleben träumt und sich den Hörspielautor Pedro Camacho als Vorbild wählt. Als Mario sich in seine Tante Julia verliebt, eine attraktive 32-jährige Bolivianerin, ist der Skandal vorprogrammiert.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Poldis Hörspielseite TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Erster Eindruck: Ein Hörspiel (unter anderem) über Hörspielmacher

Der junge Student Mario verdient sich nebenher ein wenig Geld als Nachrichtenredakteur ' und muss lediglich Zeitungsartikel ein wenig umformulieren. Denn das Publikum will vorrangig die Hörspiel-Seifenopern hören. Autor, Produzent und Sprecher auf einmal ist dabei Pedro, der es mit der Kontinuität nicht ganz so genau nimmt. Und dann ist da noch Marios attraktive Tante Julia, in die er heimlich verliebt ist...

Mario Vargas Llosa, peruanischer Autor und Träger des Literaturnobelpreises, kann auf etliche Auszeichnungen für seine Werke zurückblicken. Dazu gehört auch der Roman 'Tante Julia und der Kunstschreiber' aus dem Jahre 1977, welches nun auch in der Hörfassung des Schweizer Radios beim Hörverlag erhältlich ist. Satte 10 CDs werden von der Geschichte ausgefüllt, die eine Mischung aus Liebesgeschichte und Satire darstellt. Besonderes Augenmerk verdienen die Hörspielszenen in dem Hörspiel, die in die Handlung eingeflossen sind und schon abstruse Züge annehmen können. Die übertriebene Darstellungsweise und die verdrehte Handlung sind urkomisch und bilden immer wieder Highlights innerhalb des Romans. Dieser wird dominiert von langen Erzählparts, die teilweise schon eher an ein Hörbuch als an ein Hörspiel erinnern. Hier hätte ein wenig mehr Bewegung hereinkommen können, aber auch so ist das Werk sehr unterhaltsam. Die Vorgehensweise des peruanischen Radiosenders ist sehr humorvoll beschrieben und fördert immer neue Überraschungen zu Tage, während sich auch die Liebesgeschichte zwischen Mario und seiner Tante Julia in gewitzter Weise entwickelt und stets ein Lächeln auf den Mund des Hörers zaubern kann. Es tut gut, mal eine völlig andere Art von Geschichte zu hören, das sich dem momentanen Hörspielmarkt entzieht und nebenbei auch noch selbst Hörspiele parodiert und ins Lächerliche zieht. Ein großer Roman, sehr einfallsreich und kurzweilig inszeniert ' eine Empfehlung ist es allemal wert!

Fast alle Sprecher waren mir vorher unbekannt, ihre Stimmen werden somit noch nicht von anderen, prägenden Rollen verglichen. Dazu kommt, dass alle ihre Rollen mit Hingabe und einem Schuss Ironie sprechen. André Jung ist in der Hauptrolle des Mario zu hören, neben den Dialogen ist er auch für viele Erzählparts verantwortlich. Diese Doppelbelastung meistert er jedoch vorzüglich und kann mit seiner variablen Stimmfärbung überzeugen. Tante Julia wird von Herlinde Latzko gesprochen, die immer einen leicht verführerischen Unterton in ihre Interpretation legt und somit ein wenig zur Femme Fatal wird. Christoph Bantzer sorgt als gewitzter Pedro Camacho für etliche Lacher und komische Situationen. Weitere Sprecher sind Alfred Urankar, Reinhard Sannemann und Renate Müller.

Über weite Teile der Handlung ist keine Musik zu hören, wenn sie aber doch einmal auftaucht, erinnert sie an zurückliegende Swing-Epochen. Das macht Spaß und passt in die Zeit, in der der Roman entstanden ist. Auch Geräusche wurden nicht übermäßig eingefügt, nur einige setzen Akzente und machen die Handlung greifbarer. So stehen die Sprecher ganz im Vordergrund, was sehr zu dieser Geschichte passt.

Die 10 CDs befinden sich in einem Pappschuber, jeweils zwei zusammen in einer normalen CD-Hülle ' gut so, denn so wirkt die Verpackung nicht überdimensioniert. Das Titelbild ist schlicht aber raffiniert und passend zur Geschichte gestaltet. Die Booklets enthalten zahlreiche zusätzliche interessante Informationen, während der Rest recht schlicht aufgemacht wurde.

Fazit: Ein Hörspiel fernab vom heutigen Mainstream, vielmehr eine auf den Punkt gebrachte Interpretation des bekannten Romans, ausgestattet mit Witz und Herz.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Giuseppe Gerhards TOP 500 REZENSENT
Manchmal erschlagen einen die Synchronizitäten förmlich. Eben erst hat der Hörverlag das mehrfach prämierte Werk Tante Julia und der Kunstschreiber des peruanischen Schriftstellers Mario Vargas Llosa als Hörbuch herausgegeben, schon heimste der gute Mann den Literaturnobelpreis ein. Explizit nicht nur für dieses Werk allein, das nebenbei ja schon über dreißig Jahre auf dem Buckel hat, aber eben auch, so dass es eine bessere Werbung kaum geben kann. Bevor nun aber alle sich einfach aufgrund der Auszeichnung (siehe Herta Müller) in die Buchläden stürzen, sei dezidiert auf die Klasse dieses Stückes verwiesen und vor allen Dingen die formidable Hörbuchübertragung erwähnt.
1979 erschien die erste deutsche Übersetzung dieses Stückes noch mit dem Titel Tante Julia und der Lohnschreiber, was aber ebenso wie die heutige Übersetzung Kunstschreiber nicht wirklich den Nagel auf den Kopf trifft. Denn der junge Student Mario ist in erster Linie ein Andersschreiber, indem er bereits fertige Nachrichten für einen Radiosender marginal verändert, und darüber hinaus die Hauptperson dieses Buches. Ein weiterer Schreiber, nämlich Pedro, der die auch in Europa als Schmähkunst verrufenen südamerikanischen Seifenopern in einer Hörspielfassung entwirft, ist vor allen Dingen ein Vielschreiber, aber auch ein Ungenauschreiber, schleichen sich doch in seine Skripte allen nur ihm nicht erkenntliche, unlogische Zusammenhänge ein. Egal, ob nun die Übersetzung korrekt getroffen ist, Tante Julia kommt tatsächlich und wirbelt dabei eine ganze Menge Staub auf.
Tatsächlich ist Marios Tante schon deutlich älter als der junge angehende Rechtswissenschaftler, dabei aber nicht minder attraktiv und so entwickelt sich als einer von mehreren Plots dieser Geschichte eine Liebesbeziehung, die deutsche Leser, wenn auch mit anderem Hintergrund, von Bernhard Schlinks Vorleser kennen. Junger Mann trifft reife Frau wäre an sich ja schon nicht gesellschaftskonform - das es sich dabei zudem um eine zwar nur entfernte Blutsverwandte handelt, stört im lateinamerikanischen Großfamiliengeflecht aber ebenso wenig.
Plot Nummer Zwei ist eben Pedros Selfmade-Hörspieluniversum (er ist Autor, Produzent und Regisseur in einem) und seine durch Überlastung geschuldete Schusseligkeit, die der Story respektive den in der Geschichte selbst erzählten Storys einen komischen Reiz schenkt. Bisweilen ziehen einen diese metafiktiven Bonbons (wenn man erfundene Geschichten in einer erfundenen Geschichte mal so nennen darf) so sehr in den Bann, dass man als Leser/Hörer ganz traurig ist, wenn diese plötzlich abrupt enden, um den Charakter des Schreibers und der eigentlichen Geschichte hervorzuheben. Doch durch die geschickten Wechsel und die klare, poetische Sprache kann man dieser abstrusen Melange trotz der vermeintlichen Lücken nur mit Freude und Spannung folgen.
Dieses seit vielen Jahren als eines der wichtigsten südamerikanischen Bücher überhaupt gefeierte Werk zu kommentieren ist hier also weniger vonnöten als auf die Hörbuchfassung einzugehen, die tatsächlich als meisterhaft arrangiertes und produziertes Hörspiel daherkommt. Auch wenn die langen Erzählparts, zumeist vom Sprecher des Mario übernommen, an ein Hörbuch erinnern, sind die Aktions- und Dialogsszenen gewürzt mit lebendigen und facettenreichen Kommunikationsschaubühnen. Neben all der Ernsthaftigkeit und Tragik, die an manchen Stellen durchscheinen will, geht der Humor, das zentrale Element dieses Werkes, niemals verloren. Alle Sprecherinnen und Sprecher zeichnen diese leicht ironischen Intonationen aus, die dieser Bearbeitung einen unnachahmlichen Charme verleihen. Vor allen Dingen Christoph Bantzer als pfiffiger Pedro hat ein ums andere Mal die Lacher auf seiner Seite.
Die Produktion wurde bereits 2002 vom Schweizer Radio umgesetzt und verzichtet zu größten Teilen auf Musik und Nebengeräusche. Die Folge ist eine Konzentration aufs Wesentliche, nämlich die Personen und vor allen Dingen deren Erzählungen, die ja - Kunst- und Lohnschreiber hin oder her- den Esprit dieses Werkes ausmachen. Ganz gewiß ist es kein Zufall, dass die Grandezza des Mario Vargas Llosa, die starke Produktion des Hörspiels und die feine Herausgabe dieser zehn CDs vom Hörverlag in den Moment fallen, wo der Literaturnobelpreis nach Peru geht. Da kann man dann einfach nicht mehr drüber hinwegsehen und sollte unbedingt zuschlagen.
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