Zwei Wochen noch bis Weihnachten. Lori hat sich diesmal vorgenommen, alles so zu machen, dass ihr Vater stolz auf sie gewesen wäre, denn für ihn war Weihnachten das allerschönste Fest des Jahres. Doch alles kommt ganz anders. Eines Morgens finden Bill und Lori einen fremden Mann in ihrem Garten, der halbtot im Schnee liegt. Sie lassen ihn sofort ins Krankenhaus bringen, wo festgestellt wird, dass er eine Lungenentzündung hat und kurz darauf ins Koma fällt. Lori macht sich anfangs keine großen Gedanken um den fremden Mann, ganz im Gegenteil, anfangs empfand sie große Abscheu vor dem dreckigen Landstreicher. Schon bald lässt sie aber die Geschichte des Fremden nicht mehr los und so recherchiert sie in seiner Lebensgeschichte und vergisst darüber beinahe alles, sogar Weihnachten...
Nancy Atherton hat mit der Reihe um Tante Dimity eine wahrhaft zauberhafte Figur geschaffen, die für Wohlfühlatmosphäre sorgt, sobald man ein Buch nur aufgeschlagen hat. So auch in diesem Teil, der mir bislang am besten gefallen hat, zumal man als Leser auch sehr nachdenklich wird im eigenen Umgang mit den Armen und Schwachen der Gesellschaft. Die Autorin schreibt sehr herzlich und dementsprechend detailreich ihre Geschichten, man stellt sich alles bildlich vor, riecht die verbrannten Lebkuchen, spürt den Schnee auf der Haut und hört die kleinen Zwillinge lachen. Auch diesmal ist es kein typischer Krimi, jedoch ermittelt oder eher recherchiert Lori sehr intensiv, um mehr über den Fremden zu erfahren, der plötzlich in ihrem Garten lag. Spannend ist es also auf jeden Fall, miträtseln darf man natürlich auch. Für Liebe ist ohnehin gesorgt und interessante Charaktere bietet das Dorf Finch allemal.
Entspannung pur und dazu noch allerfeinste Unterhaltung - mehr kann ein Buch nicht versprechen.