Zuerst eine Anmerkungen zu den negativen Rezensionen:
Die Aussage das Dippelreither nie vor Ort war, ist schlicht falsch, wobei ich hier dem Rezensenten keine unlauteren Motive unterstelle. Dippelreither hat fast alle Routen auf den Kili selbst bestiegen, was sich im vorliegenden Reiseführer wie auch in seinem bei Amazon.de erhältlichen Lesenbuch zum Kili erlesen lässt. Also was soll der Unsinn!?
Zweitens halte ich es für unsinnig, die Qualität eines Reiseführer an ein paar Kleinigkeiten wie LED-Minilampen oder subjektiven Schilderungen zur Gefährlichkeit am Berg aufzuhängen. Dippelreither selber relativiert derartige Aussagen in seinem Vorwort und verweist explizit, dass es aufgrund der subjektiven Wahrnehmung sehr schwierig ist, Begriffe wie "Steilheit, steil, ausgesetzt, gefährlich" in allgemein verständlicher Form zu schildern. Für den geübten Bergsteiger in den Ostalpen bedeuten diese Begriffe etwas Anderes als für den Wanderer in Hamburg. Mit etwas Flexibilität lassen sich die Schilderungen Dippelreithers recht gut interpretieren. Ich hatte da keine Probleme.
Zum Buch selber:
Positiv ist schon mal das gewohnt praktische Format. Dazu gesellt sich noch ein Autor, der seit seiner Studentenzeit regelmäßig den Kilimanjaro besucht und bestiegen hat (!) und größtes Interesse für Land und Leute hat.
Diese spiegelt sich in den praktischen Tipps, die Dippelreither aufgrund seines umfassenden Erfahrungsschatzes, gibt. Neben den üblichen Angaben zu Land & Leuten geht er intensiv auf die Vorbereitung einer Kili-Besteigung ein, wobei neben der Ausrüstung der Schwerpunkt auf die richtige Auswahl eines Tour Operators liegt. Hervorragend! Wie bei Tom Kunklers Reiseführer kann man in jeder Zeile dieses Buches davon ausgehen, dass der Autor weiß, wovon er spricht.
Die Touren sind umfassend beschrieben, wobei Dippelreither im Gegensatz zu Kunkler auch auf den Western Breach näher eingeht. Wie Kunkler ist Dippelreither diese Touren gegangen bzw. macht den Leser aufmerksam, wenn er Schilderungen aus zweiter Hand hat.
Was ist mir also Negatives bei diesem Werk aufgefallen?
Eigentlich nichts. Format und Inhalt passen. Ganz im Gegenteil habe ich mir auch noch Dippelreithers Lesebuch gekauft, dass von seiner Liebe und Wertschätzung für Land, Leute und Berg geprägt ist.
Was sind die Unterschiede zu Tom Kunklers Reiseführer?
Kunkler beschreibt nicht alle Routen auf den Kili, sondern nur jene, die er selber gegangen ist (was auch ok ist). Das Format von Kunklers Führer ist größer und sperriger, dafür finden sich auch Beschreibungen vom Mount Meru, Safarimöglichkeiten und Zanzibar, die sich bei Dippelreither nicht oder nicht in diesem Umfang befinden.
Dippelreither ist für mich jener Führer, den ich mir zum Kili mitnehme. Kunkler ist ein tolles Buch zur Vorbereitung. Ich habe beide Werke.
Konklusio: Verdiente fünf Sterne für das Werk eines Kili-Veteranen!