Tannöd und über 1 Million weitere Bücher verfügbar für Amazon Kindle . Erfahren Sie mehr

Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Tannöd
 
 
Beginnen Sie mit dem Lesen von Tannöd auf Ihrem Kindle in weniger als einer Minute.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Tannöd [Broschiert]

Andrea Maria Schenkel
2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (364 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Amazon.de-Hörbuchrezension

Die von Monica Bleibtreu besorgte, ungekürzte und mit dem Hörbuchpreis 2007 ausgezeichnete Hörbuch-Lesung von Andrea Maria Schenkels Überraschungs-Bestseller Tannöd ist ein echtes Hörereignis. Denn Bleibtreu liest die Geschichte um den sechsfachen Mord an der eigenbrötlerischen Bauernfamilie Danner und ihrer neuen Magd, die in den fünfziger Jahren auf ihrem abgelegenen Hof gefunden werden -- und die sich im Verlauf der Handlung zur gruseligen Fabel über Schuld und Verstrickung, sexuelles Begehren, Abhängigkeit und grausame Rache weitet --, derart beeindruckend, dass man sich eine bessere Umsetzung gar nicht hätte vorstellen können.

Deshalb mag diese gewissermaßen „nachgeschobene“ NDR-Hörspiel-Produktion zunächst einmal überflüssig erscheinen. Skeptische Hörer allerdings werden bereits nach den ersten Minuten eines besseren belehrt. Denn der renommierte Regisseur Norbert Schaeffer hat sich Schenkels Text mit aller Freiheit vorgenommen, um ihn auf seine zentralen akustischen Stellen -- die Aussagen und Stellungnahmen von Zeugen, Dorfbewohnern, Opfern und des Mörders -- zu reduzieren. Fast scheint es, als habe er Schenkels Quellen aus den Gerichtsprotokollen des Original-Falls rekonstruieren wollen. So wohnt der Hörer in gewisser Weise der Verhandlung bei, die die Gründe für die mit einer Spitzhacke begangene Bluttat Schlag auf Schlag offen legt.

Aus zahlreichen, mit Udo Wachtveitl, Jörg Hube oder Elisabeth Tscharke und anderen im übrigen ebenso prominent wie trefflich besetzten Stimmen schafft sein Tannöd ganz ohne Erzählerkommentar (aber mit geschickt eingespielten „Gebetssequenzen“) eine bedrückende Montage, die die durch Katholizismus und Bigotterie geprägte, deprimierende dörfliche Atmosphäre hörbar macht, in der dieses unfassbare Verbrechen geschah. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de

-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

kulturnews.de

„Tannöd" ist ein beeindruckendes Debüt. Vordergründig erzählt Autorin Andrea Maria Schenkel von einer Familientragödie: Alle Bewohner eines einsam gelegenen Bauernhofes werden erschlagen aufgefunden. Was in eine Ermittlung mit viel Lokalkolorit nebst kauzigem Ermittler hätte münden können, wird für den Zuhörer zu einem Protokoll der ganz besonderen Art. Scheinbar neutral wird der Ablauf der Geschehnisse rekonstruiert, eingestreut sind Originalaussagen zahlreicher Dorfbewohner. Sprecherin Monica Bleibtreu passt sich der stilistischen Besonderheit exzellent an: Sachlich berichtet sie die Fakten. Je nachdem, wie eng die Befragten mit dem Verbrechen konfrontiert wurden, fließen aber auch Emotionen in die Zeugenaussagen ein. Für den Zuhörer ergibt sich eine Mördersuche der ganz besonderen Art, denn unter jenen, die befragt werden, ist auch der Mörder, der auf brutale Weise Rache genommen hat. Ein fesselndes und ungewöhnliches Krimihörbuch. (rs)

Pressestimmen

Ein extrem reduziertes Buch: 125 eindringliche Seiten, ein Skelett mit Zeugenprotokollen und sparsamsten Erzählpassagen, erzählen vom Mord an sechs Menschen auf einem bayerischen Aussiedlerhof in den 50er Jahren, wo weder Aufklärung noch Moderne je angekommen sind. Weil das eigentliche Thema von "Tannöd" aber Heuchelei, Dumpfheit und Bigotterie ist, deshalb könnte dieser schöne und bemerkenswerte Krimi überall und zu jeder Zeit in Deutschland spielen.
(Denis Scheck in "Druckfrisch" in "Das Erste ARD")

Kurzbeschreibung

Sie nennen ihn nur noch den Mordhof, den einsam gelegenen Hof der Danners in Tannöd. Eine ganze Familie wurde in einer Nacht ausgelöscht, mit der Spitzhacke erschlagen. Gemocht hat sie kaum jemand, mürrische, geizige Leute waren sie und den ein oder anderen hat der alte Bauer wohl auch übers Ohr gehauen. Aber selbst die Kinder wurden grausam ermordet, und so geht die Angst um im Dorf, denn vom Mörder fehlt jede Spur.
Diese Spur muss der Leser aufnehmen.
Unheimlich wird es, weil man jeden Schritt des Mörders mit verfolgt, ihn beobachtet bei seinen alltäglichen Verrichtungen, ohne seine Identität zu kennen. Die spannende Unruhe, die einen bis zum Ende nicht verlässt, löst sich erst auf, wenn das Mosaik komplett ist.

Klappentext

"Fabelhaft. Ein unglaubliches Buch!"
Elke Heidenreich in "Lesen!"

"Eine aufregende Entdeckung. Beste, spannende Kriminalliteratur."
Hamburger Abendblatt

"Großartiges Krimidebüt."
Die Zeit -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

Andrea Maria Schenkel, 1962 geboren, gilt als eine der renommiertesten Kriminalautorinnen Deutschlands. 2006 erschien ihr Debüt "Tannöd", mit dem sie großes Aufsehen erregte. Der Roman wurde 2007 mit dem Deutschen Krimi-Preis, dem Friedrich-Glauser-Preis und der Corine ausgezeichnet. 2008 folgte der renommierte Martin Beck Award für den besten internationalen Kriminalroman. Das Buch wurde in bislang 20 Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt. Auch für ihr zweites Buch "Kalteis" bekam sie begeisterte Kritiken und erhielt 2008 erneut den Deutschen Krimi-Preis. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Regensburg.

Auszug aus Tannöd von Andrea M. Schenkel. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

»Der Dämon sitzt in jedem und jeder kann seinen Dämon jederzeit herauslassen.«

Der Bauer, ein großer, kräftiger Mann, einsilbig. Während des Abendessens hat er nicht viel gesprochen. Er hat sie nur kurz begrüßt, als er in die Stube kam. Ein fester Händedruck, ein abschätzender Blick, das war alles.

Seine Frau, auch sie sehr still. Älter als ihr Mann. Verhärmt, verschlossen. Sie sprach das Tischgebet.

Die Tochter, sie war nett zu Marie. Hat gefragt, ob sie außer der Traudl noch andere Geschwister hat, Nichten und Neffen. Hat sich nach deren Namen erkundigt und nach dem Alter.

Mit der kann man noch am besten auskommen, denkt sich Marie.

Und die Kinder …

Die Kinder hier im Haus sind nett. Nette Kinder, besonders der kleine Bub. Der hat sie gleich angelacht. Der wollte immer mit ihr spielen. Sie hat mit ihm gescherzt. Hat ihn auf ihren Schoß genommen und auf den Knien reiten lassen, wie sie es immer mit den Kindern ihrer Schwester gemacht hat. »Hoppe Reiter« hat sie mit ihm gespielt, von ihrem Schoß hat sie ihn plumpsen lassen. Der Kleine hat vor lauter Lachen gegluckst.

Wie die junge Bäuerin die Kinder zu Bett geschickt hat, da ist die Marie auch aufgestanden.

Hat gesagt: »Ich geh auch gleich in die Kammer, muss meine Sachen noch einräumen. Dann kann ich morgen in aller Früh gleich anfangen.«

Sie hat allen eine gute Nacht gewünscht und ist in ihre Kammer gegangen.

Draußen ist das Wetter noch schlechter geworden. Der Wind nimmt immer mehr zu. Es stürmt.

Das Fenster ist nicht besonders dicht, der Wind pfeift durch die Ritzen. Marie bemerkt einen Luftzug. Sie dreht sich um zur Tür.

Die Tür steht leicht offen. Marie will sie schließen. Da bemerkt sie, wie sich die Tür langsam, knarrend immer mehr öffnet. Ungläubig staunend blickt sie auf den größer werdenden Spalt.

Marie ist unschlüssig, sie weiß nicht, was sie tun soll. Steif und starr bleibt sie einfach nur stehen. Den Blick auf die Tür gerichtet. Bis sie ohne ein Wort, ohne eine Silbe von der Wucht des Schlages zu Boden fällt.

‹  Zurück zur Artikelübersicht