Tango zero hour ist das beste Album,dass ich bisher gehört habe. Diese Entscheidung ist nicht leichtfertig oder voreilig, sondern Ihr liegt die Tatsache zugrunde, dass ich selbst Musiker und
Musikliebhaber bin und seit längerem auf der durchaus besessenen Suche bin nach der prägenden und
wirklich gute Musik des 20. Jahrhunderts. Viele Alben aus dem klassischen Jazzbereich, der "Weltmusik" und aus den Katalogen der Labels moderner zeitgenössischer Musik mussten sich dieser
competition stellen. Ich selbst neige dazu nicht das eine beste Album auswählen zu können und der Vergleich ist manchmal auch zu schwierig. Aber trotz der Tatsache, dass ich einige Liebligsalben habe stelle ich mich, auch um die Strukturiertheit meiner musikalischen Wertungsfähigkeit zu stärken
nach der Frage was an erster Stelle stünde. Soviel zur Wertstellung, des hier einleitenden Satzes.
Zero hour vereint Einflüsse großer Musiker vergangener Epochen (deren Erbe Piazzolla weitertragen konnte aufgrund seines großen Interesses dafür und seines umfangreichen Wissens), Elemente des Jazz
und traditionelle argentinische Tangomusik zu einer einzigartigen von tiefem Sinn erfüllten musikalischen Kunst. Die traditionellen Elemente des Tango dienen nur als allereste Grundlage, um darum die komplexeste und feinstnuancierte Musik aufzubauen, die man sich nur vorstellen kann.
Wer wirklichen Zugang zu solcher Musik hat wird sich der geradezu betäubenden Intensität dieses
Albums nicht entziehen können. Weder wirklich leicht noch zu tragisch tariert es Tiefe und musikalische Leidenschaft aus, die ein komplettes musikalisches Weltbild ins wanken bringen aber
auch neu definieren kann. Eine mentale Bereicherung, der nur die schönsten und ehrlichsten Dinge
auf dieser Welt wenn überhaupt standhalten. Und hier kann man halt auch absolute Kompromisslosigkeit erleben. Alle beteiligten spielen als wären sie auch bereit gewesen ihr Leben
für das bestmögliche Ergebniss zu geben. Das Experimnet Perfektion zu erreichen, wenn die überhaupt möglich ist.
Wer seine Sammlung um eins der musikalischen Leuchtfeuer bereichern will, dass sich in die übersichtliche Liste von Alben wie z.B. Miles Davis Kind of blue einreihen lässt sollte hier nich dran vorbeikommen.
Um das Werk Piazzollas kennezulernen ist es sicher interessant zu wissen, dass er in seiner letzen
späten Schaffensphase, als er mit dem Produzenten und Musiker Kip Hanrahan zusammengearbeitet hat, eine Summe seiner musikalischen Perspektiven geschaffen hat und seine komplexesten erstaunlichsten
Alben aufgenommen hat. Über zero hour hinaus zählen dazu: Cyclical night- rough dancer,La Cammorra
und die beim Montreaux festival aufgenommene Zusammenarbeit mit Gary Burton auf "the new tango".