WILLIAM THE CONTRACTOR kommt aus Schweden und heißt eigentlich Markus Bergqvist. Er ist quasi ein Alleinunterhalter, das heißt, er spielt und singt fast alles selber. Es helfen nur ein paar Freunde an Blasinstrumenten und Backing-Vocals. Markus kam durch ein makaber-trauriges Ereignis dazu, in sein alter ego WILLIAM THE CONTRACTOR zu schlüpfen: Sein Vater war plötzlich an einem Herzinfarkt gestorben und er sang auf Bitte seiner Mutter auf der Beerdigung. Durch dieses Erweckungserlebnis fühlte er sich fortan zum Songwriter berufen.
TALL STORIES entstand aber eher zufällig. Sein Bandkollege und Label-Inhaber von Crying Bob Records, Daniel Johansson, überredete ihn zu den Aufnahmen. Nebenher ist Markus Bergqvist nämlich noch Gitarrist bei den STOMPIN SOULS und Schlagzeuger der Band FRISKA VILJOR. WILLIAM THE CONTRACTOR findet Inspirationen in alltäglichen Erlebnissen, wie bei seinem Job als Möbellieferant oder beim Betrachten des Junkies in der U-Bahn. Und so pendeln seine Lieder zwischen Melancholie und Euphorie, als wären sie von einem manisch-depressiven, musik-verrückten Menschen erdacht worden. Er vermittelt die wechselnden Stimmungen von verspielt bis ernsthaft sogar innerhalb eines Songs. Besonders beeindruckend ist das bei HANNA HANGED HIM HIGH gelungen. In DAYDREAMS erinnert sein Timbre noch an MARC BOLAN von T. REX. Diese Nähe verliert sich aber im Laufe des Albums. Die Songs lassen auf eine umfangreiche anglo-amerikanische Singer-Songwriter CD-Sammlung als Basis schließen, vermitteln aber vor allem Selbstbewusstsein und eine eigene Note. Für Markus war das Album auch Therapie. Eine Möglichkeit, nach dem Tod seines Vaters wieder ins normale Leben zu finden. Hoffen wir, dass ihm das gelungen ist. Großartig gelungen ist sein musikalischer Alleingang auf jeden Fall schon mal.