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Als sie eines heißen Sommertages auf ihrem Traktor sitzt hört sie Schüsse und das Aufheulen eines Motors. Als sie endlich den Wohnwagen erreicht, ist Talking Man nirgends aufzufinden. Auch ein magisches Artifakt ist verschwunden, von dessen Wichtigkeit Crystal nur eine vage Ahnung besitzt.
William Tilden Hendricks Williams wiederum wollte eigentlich nur eine neue Windschutzscheibe für seinen Mustang vom Schrottplatz holen. Auf sein Studium hat er allerdings auch keine große Lust, und so ist es wenig verwunderlich, daß er sich von Crystal überreden läßt, ihr bei der Suche nach ihrem Vater zu helfen. Wie hätte er auch wissen können, daß sie ihn bis an den Nordpol führen würde?
Was folgt, entspricht in Stil und Tempo einem guten Roadmovie. Die Handlung läuft entlang der endlosen Straßen, die die Weiten des nordamerikanischen Kontinents durchziehen. Die Welt rechts und links dieser Straßen unterscheidet sich zunehmend von den Erwartungen der Protagonisten (und auch der Leser!). Zeit und Raum scheinen ganz eigenen Gesetzen zu gehorchen, die Reise geht nicht nur in die Vergangenheit, sondern in eine ganz andere Welt.
Talking Man gehört zu jener kleinen Zahl von Romanen, die zwar der Fantasy zuzurechnen sind, jedoch nicht in der Tradition von J.R.R. Tolkien stehen. Vergleiche finden sich am ehesten noch im Umfeld des Magischen Realismus, einer moderneren Spielart der Fantasy, der wir das Kultbuch Fool on the Hill von Matt Ruff und die brilliante Nachtwache von Sean Stewart zu verdanken haben.
Terry Bisson ist für seine Erzählungen mehrfach mit den höchsten Preisen der angloamerikanischen Phantastik ausgezeichnet worden. Mit Talking Man beweist er, daß es durchaus möglich ist, einen knappen, stilsicheren und äußerst eigenwilligen Fantasy-Roman zu schreiben. Ob sich der Verlag allerdings bei dem Titelbild etwas gedacht hat, ist fraglich. In der ganzen Geschichte findet sich weder ein Wikinger noch ein zum Reittier umfunktionierter Drache. Eine Schneelandschaft allerdings schon, immerhin... --Felix Darwin
Talking Man ist witzig und absolut verrückt. Schön erzählt und niemals langweilig. Sicherlich ist es kein Buch für einen Nobelpreis, aber eine amüsante, leider viel zu kurze (180 Seiten) Geschichte für einen regnerischen Nachmittag.
Nichts für Leute, deren Bücher immer "einen Sinn" haben müssen. Trotzdem gute Fantasy.
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