Barnes, Julian- Talking it Over
Eine Dreiecksbeziehung, zwei Freunde seit Jugendtagen, ein Mädchen. Eine Geschichte, unzählige Male im Leben so geschehen.
Nichts Ungewöhnliches.
Doch die Erzählweise des Autors ist ungewöhnlich und gibt der Novelle einen besonderen Reiz, eine andere Sicht auf das ablaufende Geschehen.
Die handelnden Personen berichten direkt dem Leser, sie sprechen unmittelbar zu ihm. Sie erläutern dem Leser ihre Sicht der Dinge. Einen eigentlichen Handlungsfaden gibt es nicht, keinen Erzähler.
Der Leser hat das Gefühl mittendrin zu sein, er ist tief einbezogen in das Beziehungsnetz. Er sieht alles ganz klar.
Die Novelle ist meisterhaft erzählt. Obwohl es eine alltägliche Liebesgeschichte ist, hält die Spannung bis zum Schluss. Wem gehören die Sympathien des Lesers? Allen drei Beteiligten gleichermaßen, man lernt sie intensiv kennen und in gewisser Weise lieben. So bleibt zuletzt ein Hauch von Melancholie.
Um mit Herrmann Hesse zu sprechen:
"Es ist eine alte Geschichte // Doch bleibt sie immer neu; // Und wem sie just passieret, // Dem bricht das Herz entzwei."