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Nach dem sehr kontrovers diskutierten Album 10.000 Hz Legend, verfügt Talkie Walkie wieder über Qualitäten, sich widerstandslos in die Ohrenmuscheln der Air-Fans einzunisten. Aufgenommen wurden die zehn in Zuckerwatte gepackten Songs des Albums mit dem Produzenten Nigel Godrich (Radiohead, Beck) in Paris. Auffällig harmonisch reihen sich die stimmungsvollen Tracks aneinander, schon das Eröffnungsstück "Venus" ist eine rührige Weltraum-Liebesgeschichte, die von einem schleppenden Pianospiel begleitet wird. Verträumte Flötentöne bestimmen "Cherry Blossom Girl", "Alpha Beta Gaga" ist mit seiner Fröhlichkeit selten im Air-Repertoire, während "Alone In Kyoto", geschrieben für den Sofia-Coppola-Film Lost In Translation, einen melancholischen Abschluss mit Meeresrauschen bildet.
Der Geniestreich auf Talkie Walkie aber heißt "Run". Zu dezent futuristischen Sounds ertönt urplötzlich ein tragender, langgezogener Gesang, der einen umgehend an den 10cc-Hit "I'm Not In Love" erinnert. Air verstehen es immer, sich mit spielerischer Leichtigkeit knapp am Emo-Kitsch vorbei zu schlängeln, kleine elektronische Spielereien mit zarter Gitarrenarbeit und gestenreichen Sounds zu verbinden, und sich eine Parzelle im Grenzland zwischen Pop, TripHop, French House und Easy Listening abzustecken. Dort sind sie liebenswerte Könige. --Sven Niechziol
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
59 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Copy Control: Keine Audio Disc im Sinne des Erfinders,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Talkie Walkie (Audio CD)
Zur Musik von Air haben die Kolleginnen und Kollegen schon das Nötige geschrieben. Hier nur zur Technik der CD:EMI hat diese CD mit einem Kopierschutz versehen, den EMI "Copy Control" nennt. Jeder weiß, dass das Kopieren von urheberrechtlich geschützten CD's widerrechtlich ist. Hier aber wird der Bogen überspannt. Die CD ließ sich in meinem älteren Player (Technics SL-P 111) nicht einlesen. Auch der Versuch, sie auf meinen Festplattenrekorder (Creative Zen) zu überspielen, ist gescheitert.(Viele Jitter). Der Philips Konzern hat seinerzeit mit der Erfindung der "Compact Disc" einen Meilenstein gelegt. Dies hier ist jedoch keine Compact Disc mehr im Sinne des Erfinders (sie darf auch das "compact disc" Logo nicht tragen!), sondern ein Medium, dass sich nur in ausgewählten Playern abspielen läßt. Diese Form von technischem Rückschritt finde ich zumindest nicht unterstützenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Nachmittag in der Space-Lounge,
Von
Rezension bezieht sich auf: Talkie Walkie (Audio CD)
Es ist ein seltsames, wenn man eine CD beim Frisör hört, die einen schier umhaut, und man findet heraus, dass sie von einer Band stammt, die man nie mochte. Und dann läßt man sein Vorurteil fallen und beglückwunscht die Band zu einer Superplatte: "Talkie walkie" von Air.Hier sind sie wieder, die beiden Franzosen, die mit ihrem Debüt "Moon Safari" inmitten des Easy-listening-sixties-retro-scifi-Trends landeten und musikalisch einen weiten Bogen vom Sound der Sechtziger zur Beschallung einer Science-fiction Raumstation schlugen. "Talkie walkie" kehrt nun zum puren Wohlklang zurück, aber nicht ganz. Wer durch die Lagen von atmosphärischen Bleeps und Blings, Synthiflächen und puckernden Rhythmen hindurchhört entdeckt puren Folk. Wohlige Melodien, die ins Ohr gehen, zart gehauchte französische Stimmen, gezupfte Akustikgitarren und ein wenig Beach-boys Psychedelia. Über allem weht eine melancholische Weite. Das läßt plötzlich die Nähe zu Bands wie "Kings of convenience" aufleuchten, ohne die eigenen Wurzeln zu verleugnen. Aber immer wieder ist es die seltsame Mischung aus Sechtziger kühlen Achtzigern und verfremdeten Stimmen, die deutlich machen, wer an den Reglern sass. "Venus" überrascht mit geradlinigem Achtziger-Glanz, "Cherry blossom girl" hat traumhafte mehrstimmige Gesänge über einem kühlen Beat, "Universal traveller" legt eine kleine Melodie und glitzernde Synthie-Soli über einen puslierenden Rhythmus und "Another day" erinnert an die weiten Flächen von Pink floyd" Nur "Surfing on a rocket" hat ein wenig mehr Wucht als die restlichen Songs. Abgerundet wird der Reigen von zwei bezaubernden Instrumentals. Dieses Album bekennt sich hemmungslos zum Wohlklang, manchmal sogar zum Kitsch, und ist bei aller Elektronik warm und atmosphärisch geworden. Wer Air und französischen Wohlklang mag, wird hiermit vollends glücklich. Und wer genau reinhört wird eine Ahnung davon bekommen wie es wäre, wenn Jean-Michel Jarre irgendwann angefangen hätte, gute Platten zu machen. Ein Hoch auf Superplatten von bands, die man eigentlich nicht mag. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großer, musikgewordener Schmelzkäse! Perfekt!,
Von Büffeljoe "büffeljoe" (staubcontainer) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Talkie Walkie Limited Edition (CD + DVD) (Audio CD)
Auch die neue Utopie beiden Franzosen ist in seiner ausgefeilten Brillanz sicher unerreicht: Nicht nur, dass sie ihr weltweit geliebtes, schimmerndes Traumschiff „Moon Safari" mit der darken Vulkanlandschaft „10.000hz Legend" (leider allenthalben verschmäht) hier tatsächlich versöhnen können. Nein, sie können mit „Talkie Walkie" auch noch einen draufsetzen, die Platte ist in Musik gegossene Transzendenz deluxe. So nah und doch so fern. Von Menschen und Maschinen kreiert, aber von organischster Natur. Ein Trip sondergleichen! Sinnenschmeichelnde Tracks, von deren Fantasie und Vision Kultur-Kröten wie Andre Heller, Moby oder Joanne K. Rowling nur träumen dürfen, sie aber nie erschaffen werden. Denn hier ist wirklich alles überirdisch, selbst bei genauer Untersuchung der verwendeten Sounds: Die Gitarren, Keyboards, Chöre erscheinen ursprungslos, haben kaum mehr greifbaren Charakter. Schlicht perfekt auch, wie Air die flächigen Stimmschichten der Gesänge als gleichwertiges Element (und eben nicht als dominierendes) einsetzen. Wie soll man dieses große, musikgewordene Phantasma werten: Ist es göttliche Fügung, französische Größe oder der endgültige Sieg der Künstler über ihre Technik? Fest steht: Es gibt nicht viele Musikmodelle/Bands, die einen solchen Schmelzkäse aus Klassik & Moderne, aus Härte & Softness, aus Magie und intellektueller Wachheit derart hochverdichten können. Wer jetzt nicht weiß, wie sowas klingt: Es gibt Popsongs, die ähnliches konnten: der Stranglers „Golden Brown" oder auch 10CCs „I`m not in love" (wird hier wunderschön kurz zitiert). Auf Albumlänge ist mir sowas aber länger nicht untergekommen - ich bin selbst nach Wochen noch ergriffen.
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