Identitätsdiebstahl ist ein hochaktuelles Thema. Es kann jeden von uns treffen, und wir sind rechtlich nicht geschützt vor den Folgen und es gibt keine Strafverfolgung. Den entstandenen Schaden kann man somit nicht mal einklagen. TC Boyles Opfer in dem spannenden Roman "Talk Talk" ist die taube Dana Halter aus Kalifornien. Sie wird eines Morgens so mir nichts Dir nichts verhaftet und kommt ins Gefängnis. Es dauert einige Zeit, bis die Polizei herausfindet, dass sie Opfer eines Identitätsdiebstahls wurde, denn Identitätsdieb hat die Straftat begangen. Dana kommt erst nach mehreren Tagen wieder frei. Es gibt keine Entschädigung, nichts. Sie und ihr Freund Bridger sind so verärgert und frustriert, dass sie die Verfolgung des Identitätsdiebs selber in die Hand nehmen und ihn schliesslich aufspüren und quer durch Amerika jagen. Boyle beschreibt äusserst amüsant die Sicht des Diebs, einem Schmarotzer auf der Suche nach dem amerikanischen Traum mit Familie, Haus und grossem Auto, der die Schuld immer bei anderen sieht und sich sogar über die Frechheit ärgert, von Dana und Bridger verfolgt zu werden. Interessant auch die Beschreibung, wie man mit ein paar einfachen Tricks in kurzer Zeit den Identitätsdiebstahl durchführen kann. Das Ende ist enttäuschend und Augen öffnend zugleich. Der Dieb entkommt, denn man kann ihm nichts wirklich anlasten. Ein sehr gut geschriebenes Buch im Stile von Tom Wolfes "Bonfire of the Vanities" (Fegefeuer der Eitelkeiten).