Wenn man, so wie ich, sich mit Schottland, der dortigen Geschichte, der Lebensart, der Mentalität der Einwohner und nicht zuletzt mit Whisky gut auskennt, sind die Erwartungen an einen Schottland-Krimi, der im Titel einen guten Single Malt hat, natürlich hoch. Nun, die Autorin hat es geschafft, meine Erwartungen nicht nur zu erfüllen, sondern noch zu übertreffen.
Bei "Talisker Blues" handelt es sich nicht nur um einen sehr guten Krimi mit einer durchgehend spannenden Geschichte, sondern das Flair der wildromantischen Isle of Skye und die Mentalität ihrer Einwohner sind so perfekt wiedergegeben, dass ich beim Lesen den Duft der Insel roch, das sanfte Geräusch der Wellen, die auf den Strand treffen, hörte und den Geschmack des Malts auf meiner Zunge hatte. Über den Inhalt möchte ich hier gar nichts verraten, denn das muss jeder selbst lesen, die Geschichte ist jedoch durchgehend ohne Längen geschrieben, die Charaktere bis ins kleinste Detail ausgefeilt und liebevoll gezeichnet, so dass der Leser ganz nahe bei den Personen ist, und alle Handlungen nachvollziehen kann. Auch die Liebesgeschichte passt perfekt in die Handlung, ohne auch nur an einer Stelle kitschig zu wirken. Die immer wieder eingeworfenen Gälischen Ausdrücke sind wohl platziert und wirken in keiner Weise störend, zumal sie auch im Glossar erklärt werden. So lernt man sogar noch etwas bei diesem Roman.
Faszit: Ein rundherum äußerst gelungener Krimi, nicht nur für Schottlandfans, mit einer nicht alltäglichen Geschichte, der gespannt macht auf ein neues Werk von der Autorin, das es hoffentlich bald geben wird.