TALIA habe ich erstmals vor mittlerweile gut zehn Jahren gelesen und die von Mercedes Lackey darin präsentierte Welt hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Nachdem ich in den letzten Jahren zahlreiche andere - leider nicht auf Deutsch erschienene - Valdemar-Romane gelesen habe, habe ich vor kurzem nochmal „Talia - Die Erwählte" in die Hand genommen und in einem Rutsch nochmal gelesen - und meine Meinung zu dem Buch deshalb etwas revidiert:
Der erste Talia-Band ist immer noch ein für mich wunderbares Buch, man merkt dem Roman aber auch deutlich an, dass es Mercedes Lackeys Erstlingswerk ist. Da ich diesen Band nicht auf Englisch gelesen habe, kann ich nicht sagen, ob die Übersetzung stellenweise etwas holprig bzw. dramatisch geraten ist, oder ob Mistys Schreibstil zu diesem Zeitpunkt eben noch so war. In den letzten fünfzehn Jahren seit der US-Veröffentlichung hat er sich auf jeden Fall immens verbessert.
Worum geht es?
Die 13jährige mutterlose Talia wird von einem mystischen Wesen erwählt und kommt dadurch an den Hof der Königin. Dort wird sie unter Gleichaltrigen zu einer Heroldin ausgebildet und erlernt neben geschichtlichen Fakten und dem Schwertkampf auch das beherrschen ihrer mentalen Fähigkeiten.
Wer sich an kleinen stilistischen Ecken und Kanten nicht stört, ist mit diesem Buch gut beraten. Die Story, die uns Misty präsentiert, ist nett - es geht nicht um eine apokalyptische Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse, sondern einfach um Menschen und ihre Motive. Das Buch zeichnet sich außerdem (man bedenke das Erscheinungsdatum) durch eine wohltuend weltoffene, tolerante Sichtweise aus, ohne den moralischen Zeigefinger zu sehr zu heben.
Die Welt, in die man als Leser eintaucht, fand zumindest ich unheimlich detailliert, liebevoll gestaltet und interessant, so dass sich dieser Roman auch perfekt als Einstieg in die Welt der Valdemar-Romane eignet. (Schade nur, dass die Autorin nichts von Fanfiction hält...)
Mich hat das Ganze persönlich ein bisschen an eine erwachsenere Version der Alanna von Trebond-Abenteuer von Tamora Pierce erinnert.
Auf jeden Fall macht das Buch Lust auf mehr.
Gibt es auch, aber nur auf Englisch.
Wer dieser Sprache also mächtig ist, dem möchte ich gleich empfehlen, zum US-Original „Arrows of the Queen" zu greifen, denn dann kann er im Anschluß mühelos die anderen, in sich abgeschlossenen Romane der Valdemar-Serie genießen.