"Tales From The Punchbowl" war mein erstes Primus-Album, das ich gehört hatte. Zugegeben würde ich einem Primus-Neuling diese Scheibe nicht als erstes Album vorlegen. Denn, eigentlich wir die anderen früheren Primus-Werke, beinhaltet auch dieses zunächst recht unverdauliche Kost.
Jemandem, der von Primus noch nichts kennt, würde ich wohl eher die späteren Platten ab 1995 wie dem Brown Album, Rhinoplasty, Antipop als Einsteigeralben empfehlen.
Naja, wie dem auch sei, die Punchbowle versprüht eine komische Stimmung. Im Allgemeinen würde ich sie als überwiegend gereitzt aggressiv bezeichnen. Wobei z.B. Southbound Pachyderm (ein Hammerstück und Klassiker) wohl die Ausnahme bildet.
Les's Bass knattert vor allem im Opener Professor Nutbutter's House Of Trees (für mich mit ein Meilenstein) wieder unheimlich drauf los!
Auf "Tales From The Punchbowl" herrschen mal wieder starke, ungewöhnliche Rhythmen vor....Man höre sich "Mrs. Blaileen", "Year Of The Parrot", "Glass Sandwich" oder "Over The Electric Grapewine". Überhaupt sorgt Trommler Tim Alexander mal wieder für den absoluten Drive, und das alles wie gewohnt mit unwahrscheinlich guten Schlagzeugsound.
Mit "Space Farm" und "De Anza Jig" haben wie zwei Stücke der besonderen Art. "Space Farm" behandelt musikalisch-inhaltlich gesehen, wie der Titel schon sagt, eine Tierfarm der besonderen Art. Mehr sei dazu nicht gesagt. Man muss es sich einfach anhören.
Mit ähnlich viel Humor wird "De Anza Jig" gespielt, diesmal aber alles rein instumental.
Insgesamt ist "Tales From The Punchbowl" ein Album (übrigens das letzte 1990er Album mit Tim Alexander), welches sich von allen bis 1995 am schlechtesten beschreiben lässt.
Eben Rock a la Primus, ein wenig Country, ein bisschen Metal, viel Hard Funk und ein abgedrehter Bassspieler Les Claypool, der neben seinem extrem-bassing auch noch durch seine Stimme wieder mal einer Primusscheibe den gewissen Kick verleiht.
Qualitativ konnte dieses Album nach den Vorgängeralben SUCK ON THIS, FRIZZLE FRY, SAILING THE SEAS OF CHEESE, M. DEBRIS und PORK SODA kaum besser werden. Der Sound ist zwar, wie immer bei
Primus, auch auf dieser Platte ein anderer, jedoch knüpft er gut an die anderen an.
Für mich ein mehr als würdiges Abschiedsalbum für Tim Alexander.