Mit dem Alan Parsons Project ging eine Band an den Start, die wie der Name schon ursprünglich nur als Projekt geplant war, welche aber bis heute ganze 14 Studioalben veröffentlich hat. Es handelt sich beim APP um erste Band der Rockgeschichte, in der der Produzent Namensgeber ist. Parsons wurde als Produzent von Pink Floyds „Dark Side Of The Moon" weltberühmt. Er selbst spielt nur bei manchen Stücken Keyboard und kann ein paar Griffe auf der Gitarre. Zusammen mit Eric Woolfson(der übrigens im Booklet nur beim Kleingedruckten erwähnt wird) ist er allerdings als Komponist für die Stücke verantwortlich. Der dritte im Bunde ist Andrew Powell, der sich für die orchestralen Arrangements verantwortlich zeichnet, die in ihrem Bombast so noch nie zuvor in der Rockmusik zu hören waren. Auf jedem der frühen Alben beschäftigen sich Woolfson und Parsons mit einem Thema, dass der Musik als Konzept dient. In diesem Fall widmet sich das kreative Duo den Gedichten von Edgar Allan Poe.
Die Band besteht im Grundsatz aus Ian Bairnson(Gitarre), Stuart Tosh(Drums), der nach dem ersten Album durch Stuart Elliot ersetzt wird(oder hat er einfach nur seinen Namen geändert? Weiß da jemand bescheid?), Eric Woolfson(Keyboards), Joe Puerta(Bass), dessen Posten später durch David Paton(hier noch Gitarre) übernommen wird. Der Lead-Sänger variiert beim Alan Parsons Project dagegen bei fast jedem Song. Es singen u.a. John Miles, Terry Sylvester und Alan Clark(beide von den Hollies), Arthur Brown. Auf späteren Alben singt oft Eric Woolfson, aber auch mir vorher unbekannte Sänger(Lenny Zakatek, Jack Harris, etc.). Dazu kommt eine Reihe von Gastmusikern, wie Francis Monkmann von der Klassik/Rock-Band Sky. Insgesammt haben Parsons und co. über 2 Jahre an diesem Album gearbeitet, an dem inklusive dem Orchester über 200(!) Musiker beteiligt waren.
„Through my own Part, I have never had a though, wich I could not set down in words... And so I capture this fancy, where all what we see or seem is but a Dream within a Dream", so beginnt dieses Werk mit gesprochenem Text von Orson Welles, wodurch sofort eine Gänsehaut erzeugende Atmosphäre erzeugt wird. Es entwickelt sich ein istrumentaler Opener, der mit Flötenklängen beginnt, ehe ein Bassrhythmus einsetzt,m über dem die E-Gitarre soliert. Der Bassrhytmus leitet dann über zum ultimativen Parsons-Klassiker. „The Raven" ist das erste Stück, in dem der damals neue EMI Vocoder zum Einsatz kommt, der dem Stück eine völlig eigene Note verleiht. Außerdem handelt es sich hier um den einzigen Song, der von Alan Parsons persönlich gesungen wird. Mit dem rockigen „The Tell-Tale Heart" und seinem Aufschrei zu Beginn des Tracks folgt das nächste Meisterstück, gesungen von Arthur Brown(Ja, richtig, „Fire"). „The Cask Of Amontillado" - gesungen von John Miles und Terry Sylvester - überzeugt mit seinen unverkennbaren Bläsereinsätzen. Mit dem wiederum von John Miles gesungenen „(The System Of) Doctor Tarr And Professor Fether" geht die erste Seite der ursprünglichen LP-Ausgabe zu Ende. Seite 2 beginnt mit der Orchester-lastigen Suite „The Fall Of The House Of Usher". Besonders bei „Arrival" kommt mir ein eiskalter Schauer über den Rücken gelaufen. Der regen prasselt und Gewitterstürme kommen aus den Boxen. Ein Keyboardloop setzt ein, und die Gitarre soliert mit langgezogenen Tönen, ehe das Stück mit einem krachenden Schlussakkord auf der E-Gitarre endet. Ebenfalls gelungen ist auch „Pavane", ein Instrumental mit Bass, Akkustik-Gitarre, Harfe, Mandoline und Cembalo als dominierende Instrumente. Und mit der Ballade „To One In Paradise" klingt dieses Meisterwerk schließlich aus.
Ein Klassiker, der in Sachen Sound und Orchester-Bombast Maßstäbe setzte.