Der Roman "The talented Mr Ripley" erlaubt es dem Leser, den 25 jährigen Tom Ripley auf einer unvergleichlichen Reise in das reizvolle Italien der 50er Jahre zu begleiten. "Begleiten" ist vielleicht nicht der treffende Ausdruck, denn, obwohl der Roman in der 3. Person geschrieben ist, sieht der Leser buchstäblich durch die Augen des Titelhelden.
Als Tom Ripley von Mr Greenleaf gebeten wird, seinen Sohn Dickie, 25, in Mongibello, einem Dorf in der Nähe von Neapel zu besuchen, um ihn zu überreden, endlich wieder nach New York zur Schiffswerft seines Vaters zurückzukehren, kommt ihm dieser Vorschlag nicht ungelegen. Tom ist nämlich mit seinem bisherigen Leben sehr unzufrieden. Da er ausgesprochen sensibel ist leidet er arg darunter, dass er z.B. keine ordentliche Stelle und kein niveauvolles Zuhause hat. Wir haben es mit einem sehr kultivierten Menschen zu tun, der nach "Höherem" strebt, aber leider vom "American dream" übergangen wurde.
Tom reist also per Schiff (die Kosten übernimmt selbstverständlich Mr Greenleaf) nach Italien und schafft es schnell, sich Dickie und dessen amerikanischer Freundin Marge anzunähern. Seine Mission, den "verlorenen Sohn" nach New York zurüchzuholen vergisst Tom schnell.
Im Gegenteil: Tom ist über alle Maßen von dem Leben, das Dickie mit Marge in Italien führt, und auch von Dickie selbst eingenommen, so dass nun auch für ihn eine Rückkehr nach New York nicht mehr in Frage kommt.
Der ehemals einsame und unzufrieden Tom verbringt die schönsten Wochen seines Lebens.
Das geht so lange gut, bis Dickie Toms Gegenwart zu langweilen beginnt. Nun nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung...