Die Autoren liefern eine zeitgemäße Abhandlung über das Talentmanagement und stellen ihr Konzept, Talentmanagement 2.0, überzeugend dar. Talentmanagement 1.0 als elaboriertes, standardisiertes Stellenbesetzungsmanagement oder in Form von Weinprobe- und Fünfsternehotelseminaren hat ausgedient. Die Herren Jacob und Schutz präsentieren in einem aktivierenden Schreibstil verschiedene Ansätze, um ein talentzentriertes Talentmanagement aufzubauen, mit dem Organisationen die Herausforderungen der Zukunft und ihrer steigenden Komplexität meistern können. Vor allem Kapitel 7 enthält konkrete Empfehlungen, die sich auch in einer Toolbox klassifizieren ließen. Man sollte sich aber nicht vom Schein in die Irre führen lassen und das Buch als eine weitere 08/15-Rategeberliteratur abstempeln. Eine Besonderheit des Buchs ist vielmehr die gelungene analytische Tiefe, die durch eine stringente interdisziplinäre Argumentationsweise erreicht wird. Nach der Lektüre habe ich somit nicht nur etwas über Talentmanagement gelernt, sondern auch einen kleinen Einblick in die Gehirnforschung und die Lerntheorien bekommen. Sogar das überraschenderweise noch vorhandene Schullatein wurde einigermaßen aufgefrischt. Alles in allem ein sehr zu empfehlendes Buch, wenn man sich schon Gedanken gemacht hat, wie (Eigen-)Talentmanagement auszusehen hat. Die Antwort dazu ist, es soll 2.0 sein. Die Devise dafür lautet: "Nicht leiden, machen!"