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Tal der Wölfe [Blu-ray]

Billy Zane , Necati Sasmaz , Serdar Akar    Freigegeben ab 18 Jahren   Blu-ray
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (44 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 12,99
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Darsteller: Billy Zane, Necati Sasmaz, Ghassan Massoud
  • Regisseur(e): Serdar Akar
  • Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Türkisch (DTS-HD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Studio: Koch Media GmbH - DVD
  • Erscheinungstermin: 15. Januar 2010
  • Produktionsjahr: 2006
  • Spieldauer: 123 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (44 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B002W0QZOQ
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 58.250 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Movieman.de

Man muss sich ja nur die Inhaltsangabe ansehen, um zu erkennen, aus welcher Richtung der Wind hier bläst. Sicherlich, der "Hood Event" fand statt und auch die Gräuel von Abu Ghraib sind unvergessen, aber während ersteres Ereignis ins absolut Irreale verzerrt wird, versucht man mit Letzterem, auch den Rest des Films zu legitimieren. Was eine an und für sich interessante Auseinandersetzung um den Irak-Krieg aus arabischer Sicht hätte werden können, ist nichts anderes als hassverzehrte Propaganda, die ein reales Ereignis auszuschlachten sucht und damit bewirken will, dass der krude Rest des Films ebenfalls den Anschein der Realitätsnähe bekommt. Der Höhepunkt dieser letzten Endes nicht nur antiamerikanischen, sondern auch antiwestlichen filmischen Travestie ist der Plot um den von Gary Busey gespielten Doktor, der Gefangenen die Organe entnimmt, die dann nach Tel Aviv, London, New York und andere Städte geschickt werden. Hier ergeht sich "Das Tal der Wölfe" in derselben verleumdenden Darstellung wie so manch andere arabische Fernsehprogramme, von denen man auszugsweise immer mal wieder in hiesigen Nachrichtenmagazinen erfährt und in denen nicht nur der Jihad gepredigt wird, sondern man auch Antisemitismus verbreitet, indem man von bösen Juden erzählt, die armen arabischen Mädchen die Augen entfernen, um den eigenen Kindern die Sehkraft zurückzugeben. In dieselbe Kerbe schlägt auch dieser Film, der in Deutschland erstaunlich erfolgreich lief, dessen Publikum in der Regel aber auch eher türkischer Abstammung war. Man könnte sicherlich argumentieren, dass dieser Film auch nichts anderes macht als US-amerikanische Actionfilme á la "Rambo" oder "Missing in Action", nur dass diesmal halt die Amerikaner absolut überzeichnet sind und als die Bösen herhalten müssen, doch der Vergleich greift nicht. Denn wo Filme wie "Rambo" auch in der Darstellung der Action überhöht sind und darum jedweden Realitätsanspruch von vornherein ausschließen, versucht "Das Tal der Wölfe" gerade das Gegenteil. Man möchte die eigene politische Anschauung mit Hilfe der Verquickung realer Ereignisse und abstruser erfundener Gräuelmärchen transportieren. Und dabei wird eine formell routinierte Art gewählt, die den Film für den unbedarften Zuschauer wie leichte Actionkost wirken lassen könnte. Und genau das ist die Wirkungsweise und Gefahr von Propaganda.

Moviemans Kommentar zur DVD: Technisch und in der Ausstattung sehr gut, der Inhalt ist aber zumindest Geschmackssache ...

Bild: Das Bild dieses sehr neuen Films ist gut gelungen. Die Farben sind ausdrucksstark und genau definiert. Sie sind vielschichtig gezeichnet und untermalen Hitze jener Gegend. Rauschen ist praktisch nicht vorhanden, was für ein sehr sauberes, formvollendetes Bild sorgt (00:11:03). Die Schärfe ist sehr genau definiert und reicht bis in die Hintergründe. Man kann hier Feinheiten klar und sauber erkennen, wobei die Kanten wohlgeformt sind. Die Kompression arbeitet unauffällig und der Kontrast ist fein tariert, sowohl in Tag- wie auch in Nachtszenen. Die Vorlage ist absolut makellos.

Ton: Auch beim Ton brilliert die DVD. Sowohl im türkischen Original als auch in der deutschen Sycnhronfassung ist die klangliche Kulisse sehr schön geworden. Bei Szenen mit größeren Massen werden die verschiedenen Kanäle genutzt, um ein dreidimensionales Gefühl zu erzeugen. Bei Actionsequenzen knallen die Schüsse richtig gut und haben einen Nachhall, der sie imposant klingen lässt, womit sie im Grunde genommen dem Laut echter Waffen vermutlich sogar überlegen sind. Die deutsche DTS-Spur ist noch etwas weiter angelegt und lässt Kleinstgeräusche erkennen, nach denen man bei den anderen Spuren schon angestrengt hinhören muss. Der Subwoofer wird bei den Actionsequenzen passend eingesetzt.

Extras: Neben dem Trailer gibt es ein gut 40-minütges Making Of, das sich hauptsächlich mit dem technischen Aspekt der Herstellung dieses Films beschäftigt und als solches zumindest überzeugend ist. Es wird kurz darauf eingegangen, wie man aus der Fernsehserie einen Film machte. Die Schauspieler kommen zu Wort, darunter auch Billy Zane. Über die Hintergründe, die zu dieser Geschichte und diesem Drehbuch führten, schweigt man sich aber leider aus. --movieman.de

Produktbeschreibungen

Tal der Wölfe DV

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
58 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:DVD
Ein Offizier der türkischen Armee sitzt an seinem Schreibtisch und verfasst einen letzten Brief. Er ist ein Abschied und zugleich eine letzte Bitte an seinen Freund Polat Alemdar. Danach nimmt er seine Pistole, hält sie sich an die Schläfe und drückt ab. Am 3. Juli 2003 war dieser stolze Offizier einer der 11 Männer, die in Süleymaniye verhaftet und von amerikanischen Soldaten wie Terroristen behandelt worden waren. In Rückblenden sieht man, wie eine US- Einheit den kleinen türkischen Stützpunkt umstellt und sich schließlich mit vorgehaltenen Waffen zutritt verschafft. Unter den Amerikanern ist auch ein Mann in Zivil, der von Billy Zane gespielte Sam William Marshall, der diese Operation allem Anschein nach leitet. Was er will, bleibt unklar. Letztlich geht es ihm wohl nur darum, ein Zeichen zu setzen und seine Macht zu demonstrieren. Der türkische Kommandant ruft sofort seinen Oberbefehlshaber an und bittet ihn um die Erlaubnis, Widerstand leisten zu dürfen. Sich den zahlenmäßig weit überlegenen Amerikanern zu widersetzen, käme zwar einem kollektiven Selbstmord gleich. Aber für Männer von Ehre ist der Tod allemal der Schande vorzuziehen...

Death before Dishonor!", das gilt gerade auch für einen türkischen Offizier. Doch sein Vorgesetzter verweigert ihm diese Bitte, und so bleibt den 11 Soldaten nichts als die Kapitulation.

Mit diesem Prolog, der ein höchst undurchsichtiges Ereignis als perfiden Angriff auf die türkische Ehre darstellt und es damit seiner Mehrdeutigkeit beraubt, geben Serdar Akar und seine beiden Autoren den Ton für den gesamten Film vor. Die ideologische Stoßrichtung ihrer direkt aus dem Leben gegriffenen und dann an die Konventionen des Action- Genres angepassten angepassten Erzählung ist so eindeutig wie Polat Alemdars Auftrag. Der aus der Serie Kurtlar Vadisi" als Mann von Ehre bekannte Undercover- Agent soll die Schmach tilgen, die auf dem Leben seines Freundes wie auch auf der Ehre der ganzen Nation liegt. Er, den schon sein Name als Bannerträger" ausweist, als einen, der immer aufrecht vorangeht und sein Volk so auf den rechten Weg führt, muss das Geschehen rächen und damit die gerechte Ordnung der Dinge wiederherstellen. Polat, der in der Fernsehserie die Mafia unterwandert hat und dabei auch schon gegen aus dem Westen kommende Kräfte ins Feld gezogen ist, handelt hier endgültig nicht mehr im Namen einer offiziellen staatlichen Institution. Schon in der Serie deutete sich an, dass Polat ein Mann des tiefen Staates" ist. Dieser tiefe Staat" ist ein fast schon mythisches Gebilde, ein Staat im Staat, den man sich als Zusammenschluss von türkischen Nationalisten und ausgewählten Vertretern von Geheimdiensten und Armee vorstellen muss. In ,Tal der Wölfe' ist Polat nun zweifellos in einem höheren Auftrag unterwegs, einem Auftrag, den er nicht nur von seinem toten Freund erhalten hat. Hinter ihm steht auch die Idee einer starken, Ehrfurcht gebietenden türkischen Nation, die in der nachfolge des osmanischen Reiches den mittleren Osten befriedet und dessen Geschicke lenkt. Und genau dieser Geist ist es auch, der die Vereinigten Staaten und die Türkei, diese ehemaligen Partner und Verbündeten, im Irak zwangsläufig zu Antagonisten werden lässt.

Vor diesem Hintergrund gewinnt ein kleines, im Prolog erwähntes Detail besonderes Gewicht. Bahadir Özdener und Raci Sasmaz betonen ausdrücklich, dass sich Sam Marshall und der Kommandant des türkischen Außenpostens schon vor dem Zwischenfall kannten. Marshall und ein Teil seiner Männer waren zumindest einmal als Gäste in dem Lager der elf Soldaten. Man hat gemeinsam Tee getrunken. Diese Gastfreundschaft vergüten die Amerikaner am 3. Juli mit ihrem Überfall. So betonen die beiden Drehbuchautoren noch einmal den Dolchstoß- Charakter der ganzen Episode. Es gab keinerlei Anlass für das Vorgehen der US- Soldaten - als der Kommandant Marshall nach dem Grund dieser Besetzung fragt, erhält er keine vernünftige Antwort. Sie erscheint dem Zuschauer als ganz und gar unprovozierter Akt der Provokation. Marshall erniedrigt nicht nur die Soldaten und mit ihnen auch das, wofür sie stehen, er tritt auch die Gastfreundschaft mit Füßen und beleidigt so das türkische Volk noch ein weiteres Mal. Zudem schwingt in dem Verweis auf das Ritual des gemeinsamen Teetrinkens noch anderes mit. Der türkische Offizier hat nicht nur Marshall und seine Männer als Gäste empfangen. Die Amerikaner können, wenn man die Idee eines neuen osmanischen Reiches ernst nimmt, in dieser Region der Welt nie etwas anderes als Gäste sein. Während die Türken im Nordirak einen Platz eingenommen haben, der ihnen aus historischen wie auch aus ethnischen Gründen zustehe - schließlich bilden die Turkmenen einen Teil der dortigen Bevölkerung - , sind die Amerikaner im besten Fall Fremde, im schlimmsten Fall nichts als Eindringlinge."

Nun zu den wahren Hintergründen:

Am 3. Juli 2003 umstellte eine amerikanische Einheit einen Außenposten der türkischen Armee in der nordirakischen Stadt Süleymaniye und stürmte ihn schließlich. Die 11 türkischen Offiziere, die auf diesem Posten stationiert waren, wurden verhaftet. Vor dem Abtransport in Richtung Bagdad stülpte man ihnen, wie es auch bei Terrorverdächtign üblich ist, Säcke über den Kopf. Ein paar Tage später wurden die 11 Offiziere wieder auf freien Fuß gesetzt und mussten in die Türkei zurückkehren. Die Hintergründe dieses Zwischenfalls, der als Hood Event" (= Sack- Affäre) für Schlagzeilen in der türkischen Presse gesorgt hat und von vielen als tiefe Schmach für die nationale Ehre empfunden worden ist, sind letztlich nie wirklich an die Öffentlichkeit gedrungen. Wie so viele andere Vorkommnisse im nun schon mehr als 3 Jahre andauernden Irak- Krieg ist auch diese Konfrontation zwischen zwei Nato- Partnern von zahllosen Fragen umgeben. Unklar ist alleine schon, was genau der Auftrag, der im kurdischen Teil des Iraks stationierten türkischen Offiziere war. Von offizieller türkischer Seite war nur zu hören, dass die Soldaten die Situation in dieser Region beobachten sollten. Schließlich betrachteten sowohl die türkische Militärführung als auch die Regierung die Entwicklungen im Nordirak mit einigem Unbehagen. Die kurdische Autonomie könnte sich schließlich auch auf die Lage in der angrenzenden Südtürkei auswirken. Von kurdischer Seite hieß es dagegen, dass die in Süleymaniye stationierten Soldaten mehrere Anschläge, u.a. auf den Gouverneur der Region Kirkuk, verbreitet hätten. Etwas Ähnliches ließ auch der US- Kommandant in Kirkuk verlauten. Allerdings wurde nie Anklage gegen die verhafteten Offiziere erhoben. Von amerikanischer Seite hat man daher alles daran gesetzt, die ganze Angelegenheit so schnell wie möglich unter den Teppich zu kehren.

In der Türkei hat sich dagegen eine Art nationaler Legende rund um den Vorfall entsponnen. Ihr zufolge war die US- Militäraktion gegen diesen Außenposten ein symbolischer Racheakt. Schließlich hatte die türkische Regierung dem Nato- Bündnispartner nur wenige Monate zuvor jede Hilfe im Irak- Krieg verweigert, was das Pentagon vor einige strategische und logistische Schwierigkeiten gestellt hat. Die Verhaftung und anschließende Erniedrigung der 11 Offiziere zeugen nach dieser Art der Ereignisse einmal mehr von der maßlosen Anmaßung und Arroganz der US- Regierung. In ihrem imperialistischen Auftreten und Streben schrecken die Vereinigten Staaten demnach auch nicht davor zurück, eine ihnen an sich nahe stehende Nation zu demütigen. Erzählungen und Interpretationen wie diese stehen seit einigen Jahren hoch im Kurs der Türkei. Die Zeiten, in denen man sich den Vereinigten Staaten nahe fühlte sind vorbei. Nun ist Amerika vor allem ein Aggressor, der mit seiner Politik eine ganze Region instabilisiert. Und je machtloser die Türkei auf internationaler Bühne agiert, desto größer wird der Zorn auf das Vorgehen der letzten noch existierenden Weltmacht. Vor diesem Hintergrund der vor allem von dem Selbstwertgefühl der türkischen Nation geprägt wird, erhält die ,Sackaffäre' überlebensgroße Bedeutung. Sie wird zu einer Dolchsoß- Legende.

Als man die 11 Gefangenen Offiziere, die Köpfe verhüllt von Säcken, abführte, wurde die Welt Zeuge der militärischen und politischen Impotenz der heutigen Türkei und anderer Länder, gegenüber den USA.

Auf genau dieses Gefühl der Schande und Ohnmacht reagiert Tal der Wölfe". Serdar Akar und seine beiden Autoren setzen ihm eine Allmachtsphantasie entgegen, in der drei türkische Spezialagenten es Uncle Sam, oder wie hier oft in den Rezensionen erwähnt Rambo typisch, praktisch im Alleingang heimzahlen."

Fazit:

Man sollte den Film auch mit seinen politischen und intertürkischen Beweggründen beurteilen. Wie man sieht erfährt der Zuschauer dadurch einiges über das Land (deren Menschen auch unser Land bereichern) und die politischen Beweggründe.

Jedoch ist vielen Rezensionen eine unpolitische, sogar rassistische Tendenz zu entnehmen. Und es sind gerade diese Verfasser die dem Film rassistische Tendenzen vorwerfen.

Wie wäre es also mit etwas Weltoffenheit?

Und einem interkulturellen Verständnis?
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Antisemitismus???? QUATSCH!!!! 1. Dezember 2012
Von Angel
Format:Blu-ray|Von Amazon bestätigter Kauf
War natürlich klar, dass alle "Antisemitismus", "Extremismus", "Rechtsradikal" aufschreien... mit welcher Begründung bitte???? Bitte nocheinmal Sekunde um Sekunde den Film ansehen, insbesondere die Ansprache des Sheikh an seine Tochter Leyla.... hallo?????
Darüber hinaus ist das Schöne noch dazu, dass die Macher des Films im Making of sagen, dass sie keinerlei politische Statements abgeben wollten, lediglic einige Gefühle beim Zuschauer erwecken (so werden nunmal Filme gemacht)... und sie durften viele wahre Begebenheiten NICHT in den Film reinbringen... Warum denn bloß nicht???? Na? Klingelt da etwas?

Allen, die gleich in den ersten 30 Minuten des Film "Antisemitismus" aufschreien, rate ich, weniger Hollywood zu schauen und mehr Weltliteratur zu lesen...
Islam-Kritik ist erlaubt natürlich!!!!! Aber Kritik an anderen Gemeinschaften oder Nationen (auf politischer Ebene) ist natürlich Tabu!!!! Das kotzt mich an und ich verliere jegliche Sachlichkeit!!!!

Der Film ist eine radikale und freche Antwort auf ein jahrzehnte lang korrupt geführtes Regime der USA und zwar auf internationaler Ebene.

5 Sterne für die Handlung.

Bild und Ton sind ebenfalls sehr gut (in der deutschen Synchronisation)...
Schön, ist dass auch die Originalfassung (mit allen 4 Sprachen im Film enthalte ist)

Viel Spaß beim Sehen!
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Filmische Gegenpropaganda aus der Türkei 26. Januar 2008
Format:DVD
Serdar Akars "Tal der Wölfe" ist ein unbekümmert zusammengekupfertes Polit-Spektakel, aber mit aufregendem Realitätsbezug. Akar brauchte nichts zu erfinden: Die Folterbilder aus dem Gefängnis von Abu Ghraib.Das Massaker der amerikanischen Paramilitärs an einer Hochzeitgesellschaft. Jüdische Ärzte, die Organhandel betreiben. Die Evakuierung und Vernichtung ganzer Dörfer wie seinerzeit unter Saddam. Entführte Journalisten, denen die Enthauptung droht. Selbstmordattentäter und schwarze Witwen...
Den undurchsichtigen Umtrieben amerikanischer Agenten, die sich im "Kampf gegen den Terror" alle Mittel erlauben, stehen nur türkische Agenten gegenüber. Im Kino siegen letztere. "Tal der Wölfe" ist jedoch doch mehr als nur ein trivialer Actionfilm. Er zeigt auf, wie Terror unvermeidlich Gegenterror erzeugt. Und er zeigt das Dilemma der Uneinigkeit im Irak, hier speziell im Norden, zwischen Türken, Kurden und Irakern. Erstaunlicherweise wird der religiöse Aspekt fast ausgeklammert.
Im Hintergrund steht kein muslimischer Haßprediger, sondern - als große moralische Autorität der Region - ein kurdischer Scheich, der Rache mißbilligt und auf den wahren Islam verweist, auf Geduld und Leidensfähigkeit. Er verhindert die Hinrichtung des Journalisten und bewahrt die melodramatische Heldin des Films davor, zur Selbstmordattentäterin zu werden. Aber auch sie und der Scheich fallen dann am Ende den Amerikanern zum Opfer. So kann die Rache ihren Lauf nehmen...
Vieles an diesem Film erinnert an Politfilme vergangener Jahrzehnte aus und über Algerien, Vietnam, Chile oder Palästina, an deren Wut und Verzweiflung und Rigorosität. Serdar Akar ist ein Filmkennner. Aber man sollte nicht zu hoch greifen, weil doch nur ein "Apokalypserl Now" herausgekommen ist, zu sehr schielt der Kommerz hervor. Wie man hörte, soll der Film aus einer höchst erfolgreichen türkischen Telenovela hervorgegangen sein. Aber Anleihen in der Filmgeschichte sind legitim und beweisen nur berufliches Knowhow.
Zum Schluß die Tausend-Gulden-Frage, über die so viel Presse-Wirbel gemacht wurde:
Ist das Gegenpropaganda? Aber sicher! Der Westen praktiziert das ja auch ständig. Nur eben anders herum.
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Tal der Wölfe - Frage zu DVD-Ausgaben 0 26.02.2011
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