Ich schreibe eine zweite Rezension zu dieser CD, da meine erste mehr oder weniger eine Vorschau war. Nun ist "takk..." fast schon 4 Monate alt, somit sind die Eindrücke nun festgewachsener, klarer. An der 5-Sterne-Bewertung hat sich nichts verändert, denn bei "takk..." handelt es sich sicherlich um eines der besten Alben des vergangenen Jahres. Die Isländer, die uns in den letzten Jahren mit ihrer Klangmagie verzauberten brachten mit "takk..." ihr erstes Album bei einem Majorlabel heraus, EMI. Viele befürchteten den Niedergang der Band, das kommerziell werden von Sigur Rós. Ich wusste vom Anfang an, dass das nicht so schnell geschehen würde und das "takk..." jedenfalls noch eine Perle werden würde, wie es "Ágaetis Byrjun" und () auch waren.
Dieses Album schreit, pulsiert, schweigt. Hört man in einem Augenblick nur das Glockenspiel vor sich hinklimpern, bricht im nächsten Moment ein treibendes Schlazeugspiel ein, zerstört die Atmosphäre, erbaut sie neu. Gute Beispiele dafür sind "Glósóli" und "Saeglópur". Was dieses Album ausserdem bestimmt, ist die durchaus frohe Atmosphäre. War () eigentlich nur depressiv, wenn man es so nennen will, droht "takk..." vor Glück fast zu platzen. Für Sigur Rós-Verhältnisse, versteht sich. "Sé Lest" besteht aus lauter Glockenspiel, am Ende wird ein Volksorchester mit einbezogen, das ist Festmusik. "Hoppípolla" ist eine Art Gedenken an die Kindheit, die man in Pfützen sprigend verbrachte. "en ég fae blódnasir, en ég stend alltaf upp/und ich bekam Nasenbluten, ich stand aber immer wieder auf". Kindergedanken, sorglos sein. Nach so einer Zeile kann man in "Ágaetis Byrjun" lange suchen. Man bemerkt eindeutig, dass Sigur Rós, "vitaler" geworden sind. Die Songs sind schneller und rythmischer, es gibt mehr Piano, mehr Samples und Streicher. Trotzdem versinken Sigur Rós nicht in einem Meer aus Sound und Kitsch wie Coldplay. "Gong", eines der Highlights dieses Albums ist ein toller Beweis dafür. Rythmisch stark, trotzdem schlicht. Doch obwohl die Songs insgesamt kompakter sind, sind sie verträumt. Obwohl dieses Album froh ist, kann es traurig werden. "takk..." lebt von Gegensätzen. Bringt viel Sound, wo vorher nichts war. Und wenn man gerade denkt, man hätte dieses Album komplett erschlossen, verstanden und angenommen, hebt es nochmal ab. Und fliegt. Dem Himmel entgegen.