'Takin Over The Asylum' ist eine britische TV-Serie, die, Mitte der 1990er Jahre entstanden, seither (meines Wissens) nicht wieder ausgestrahlt wurde. Trotzdem ist sie nicht in Vergessenheit geraten, sondern hat sich eine treue Anhängerschaft bewahrt. Und dies aus mehreren Gründen: einerseits die mitreißenden Geschichten - es geht vordergründig um Eddie, einen Vertreter für Fenster und Amateur-Radio-DJ, der den maroden hauseigenen Sender einer psychiatrischen Klinik übernimmt und wieder auf Vordermann bringen will. Darum herum spielen sich dann aber auch die Geschichten einiger Patienten ab: Rosalie, die unter Zwangshandlungen leidet, seit ihr Sohn gestorben ist, Fergus, ein schizophrener Ingenieur (mit einem Hang dazu, aus der Klinik auszubrechen und dann freiwillig zurückzukehren), und der 19-jährige Campbell, der manich-depressiv ist (obwohl man ihn in der Serie nur in einer manischen Phase erlebt), und der unbedingt selbst beim Radio arbeiten möchte.
Die Handlung wird mit einer gehörigen Portion Humor und ohne falsches Schamgefühl ob der psychischen Erkrankungen ihrer Figuren erzählt (ein Zitat von Campbell, das dieser auch als Slogan für seine Radioshow nutzt: "We are loonies and we are proud!"). Die Sendung räumt allen Figuren in ihrem Verlauf viel Raum für ihre Geschichten ein, dennoch sind Eddie und Campbell eindeutig die Hauptpersonen, um die sich alles dreht.
Ihre Besetzung ist sicher auch der zweite Grund, warum es so viele Anhänger gibt: Eddie wird gespielt von Ken Stott, ein in England sehr beliebter TV-Darsteller; Campbell ist eine der ersten großen Rollen von David Tennant, mittlerweile als fantastischer Bühnendarsteller bekannt und durch seine Verkörperung des Doctors in "Doctor Who" eine Art britisches Nationalheiligtum, der hier mit gerade mal 22 Jahren zeigt, was für ein exzellenter Darsteller er ist.
Insgesamt daher sowohl durch die Geschichte, die Art, wie sie erzählt wird (humorvoll, ohne ins lächerliche oder respektlose abzugleiten) und durch exzellente Darsteller eine absolut empfehlenswerte Serie.
Die DVD bietet als Bonusmaterial Audiokommentare zu 2 Episoden und Filmmaterial von David Tennants Vorsprechen für seine Rolle. Nicht viel, aber für eine Produktion aus den 90ern, als man sicher noch nicht an DVD-Veröffentlichungen von Fernsehserien dachte, durchaus ok.