Steven Spielberg hat nicht nur in der Kinolandschaft Meilensteine gesetzt, er ist als Produzent auch für ungewöhnliche Fernsehproduktionen verantwortlich. In den 80er-Jahren hat er die Reihe
Unglaubliche Geschichten, Vol. I (3 DVDs) /
Unglaubliche Geschichten, Vol. II (3 DVDs) produziert und zahlreiche bekannte Regiseure (Clint Eastwood, Robert Zemeckis, ...) und Schauspieler (Kiefer Sutherland, Kevin Costner, ...) für das Projekt gewinnen können. Die Reihe besteht aus verschiedenen von einander unabhängigen Kurzfilmen (ca. 25 Minuten pro Film) mit fantastischen Elementen.
In den Jahren 2001 und 2002 produzierte Spielberg mit "Taken" eine Geschichte, die nahtlos an die unglaublichen Geschichten anknüpft, allerdings deutlich umfangreicher und komplexer ist. Zehn Folgen à 85 Minuten sind nötig, die generationenübergreifende Geschichte zu erzählen, in der es um UFO-Sichtungen, Entführungen durch Außerirdische und die Vertuschung des Ganzen durch eine geheime Regierungsbehörde geht. Herausgekommen ist ein großes, episches Mystery-Märchen, das ein wenig wirkt, als würde "Akte X" auf "E.T." treffen. Der Anfang der Geschichte spielt in den 40ern, das Finale bestreitet Anfang des neuen Jahrtausends die Urenkelgeneration der ersten Folgen. Die Figuren sind zum Teil wunderbar tiefschürfend, denn selbst die Bösewichte haben eine menschliche Seite und nachvollziehbare Motive. Fasznierend daran ist, wie einzelne Figuren den Weg ihrer Eltern weitergehen und zum Teil die gleichen Fehler machen, aber zu einem anderen Teil die Dinge auch anders reflektieren und dadurch in der Lage sind, den Weg zu ändern.
Sicherlich gibt es einige Knackpunkte, so zum Beispiel die Spezial-Effekte, die lange nicht an das heranreichen, was man im Kino zu sehen bekommt. Auch die Maske schafft es nicht authentisch, die Alterung der Figuren darzustellen. Zudem ist das Ende von "Taken" viel zu pathetisch. Dennoch ist all dies für die Gesamtbewertung der Serie nicht entscheidend. Was den Machern hier gelungen ist, ist ein einzigartiges Projekt, das es schafft, eine faszinierende Geschichte zu erzählen und dabei die Spannung aufrecht zu halten. Zudem finde ich es sehr positiv, dass "Taken" einen wirklichen Abschluss hat und den Stoff nicht (wie manch andere Serie) in zahllosen Fortsetzungsstaffeln endlos in die Länge zieht. Alles in allem ist "Taken" eine sehr empfehlenswerte, überaus gelungene Mini-Serie.