471 (und ein paar leere) Seiten erschrecken den Englisch-Lerner, bis er das Buch aufschlägt und sich festliest. In zwei großen Schritten nähert sich der Autor seiner Sprache, dem Englischen:
Etymologisch (er)klärt er die Wurzeln und didaktisch verrät er die wichtigsten Lerntipps.
Konkreter?
Aber gern:
Warum halten die Briten an dieser blöden Meile fest,
warum sagen sie "pound" und schreiben dafür L (£ und lb)?
Und was hat der Lohn - lat. salarium, engl. salary mit lat. sal, engl. salt zu tun?
Und wie kommt es, dass so viele englische Wörter einsilbig sind?
Dieses Buch verschafft erstaunliche Erkenntnisse und verhilft mit ein paar
simplen (Ableitungs-)Tricks zu einer enormen Verdichtung des Wortschatzes
und lässt mit drei Grammatikregeln überleben.
Für Menschen, die Freude an Sprachen haben oder diese endlich bekommen
wollen ein echtes Sommerbuch für die Liegewiese! (Und im Winter für den
Nachttisch).
Übrigens warum? -
Darum:
1000 genormte Soldatendoppelschritte ergeben 1,6 km, also 1 Meile,
der lateinische Begriff für Pfund heißt „lib" und stammt von der römischen „libra" = Waage,
mit dem „salarium" wurde Salz fürs Fladenbrot gekauft
und die lateinischen Präfixe und Suffixe haben die Briten einfach weggelassen.
Praktisch!
Und die drei Grammatikregeln?
Arrangieren Sie alte Stammformen einfach neu: begnügen Sie sich mit zwei Zeitformen.
Lernen Sie den wirklichen Unterschied zwischen Infinitiv und der -ing-Form.
Gönnen Sie sich eine verlässliche Schablone für den Satzbau.
Das alles wird verständlich und nachvollziehbar und ausführlichst dokumentiert, erklärt, bewiesen, geübt.
Ein ganz erstaunliches Buch. Zu einem schülerfreundlichen Preis. In einem mutigen Verlag.
Ich wette, dass dieser Mann gern Lehrer ist und seine Schüler ihn lieben und verehren.
Und bin wieder mal ein bisschen neidisch. Wie immer, wenn ich auf Kompetenz stoße.
Kritik am Rand:
Der Autor kennt offensichtlich nicht das Lernverfahren mit der 3- oder 5-Fächer-Box - oder er hat es verworfen. Sie ist gerade für das Vokabellernen die optimale Methode, weil die Vokabeln, die man nicht kann, solange täglich wiederholt werden, bis man sie kann und die, die man kann, nur so oft, bis sie dauerhaft im Langzeitgedächtnis verankert sind. Ein Lernverfahren, mit dem inzwischen jeder 6. Schüler in Deutschland Vokabeln lernt. Urmes - übernehmen Sie!