... aus verschiedenen Lebensabschnitten der Band bietet "Take Out & Served Up Live" aus dem Jahr 1996, in dem sich die Band dann auch schon auflöste. Tyketto, zum Ende ihres Bestehens mit Sänger Steve Augeri ausgestattet, hatten also schnell mal noch den Speicher entrümpelt. Die ältesten Fundstücke datieren aber aus der bekannteren und erfolgreicheren Zeit mit Kult-Sänger Danny Vaughn. Mit einer etwas ungeschliffeneren Rohversion des Hits FOREVER YOUNG aus dem Jahr 1988 beginnt die Zusammenstellung. Ebenso vom ersten und bekanntesten Album "Don't Come Easy" kennt man die herzerweichende Powerballade STANDING ALONE, deren Demoversion sich aber von der offiziellen Fassung nicht erwähnenswert unterscheidet. Bislang unbekannt sind die Demo-Songs DRAG THE RIVER und TEARIN UP THE NIGHT. Besonders letzterer überzeugt mit großem Groove und der mitreißenden, positiven Energie der frühen Tyketto-Jahre. Dass der Song den Cut nicht geschafft hat, unterstreicht das kreative Potenzial der Band von damals. Glücklicherweise ist der Sound der Demoaufnahme für eine solche ausgesprochen gut. Noch besser natürlich bei WAIT FOREVER, einer B-Side von 1994: ein einfaches, aber geniales Riff und die inbrünstige, im Studio auch noch verdoppelte Stimme eines Danny Vaughn, die einem beim Hören durch Mark und Bein geht - bewährtes Strickmuster, immer wieder Gänsehaut. Und diese Stimme überzeugt auch lebensecht bei den beiden Livesongs von 1992, BURNING DOWN INSIDE und LAY YOUR BODY DOWN. Zwei rohe und nicht nachbearbeitete Mitschnitte, die auch von den hervorragenden instrumentalen Fähigkeiten der Herren St. James, Scott und Clayton und erfrischender, gemeinsamer Improvisationsfreude zeugt. Der zweite Teil der Scheibe ist ein Konzert, das 1996 in London mitgeschnitten wurde und klingt im direkten Vergleich wesentlich lebloser. Mit Sänger Steve Augeri will der Funke nicht so recht überspringen. Die Klassiker SEASONS und NOTHING BUT LOVE verlieren ohne Vaughns Stimme auch ihre Seele. Und das teilweise durchwachsene Material der Augeri-Scheibe "Shine" von 1995 kriegt der spätere Journey-Frontmann dann selbst nicht auf die Reihe. Schlimmer Höhepunkt ist ausgerechnet der Titelsong SHINE, bei dem Mr. Augeri die höchsten Töne in höchstem Maße versemmelt. Seltsam... später bei Journey war der Mann klasse - da passte er aber auch stimmlich und musikalisch hin. "Take Out & Served Up Live" lohnt sich demnach nur für richtig harte Fans, wegen des Vaughn-Stoffs. Der Rest ist ein unwürdiger Abgesang auf eine Band in B-Besetzung im Strudel der Erfolglosigkeit. Die Gesamtlaufzeit der Scheibe beträgt aber immerhin 74 Minuten; und auch das zu einem kleinen Poster ausklappbare Booklet mit Fotos und Linernotes zu allen Songs ist ganz nett. Nur zwei Mal stimmt die Reihenfolge der Songs nicht mit dem Inlay überein, na ja. Der endgültige Abschied sollte es ja dann doch nicht sein. 2004 und 2007 traten "Tyke" zum Abschied nochmal in Urbesetzung auf und hauten mit The Last Sunset: Farewell 2007" noch eine Demo-Ansammlung raus.