Mein erster Kontakt zu Archive war ja eigentlich ganz vielversprechend: Irgendwann nachts sah ich im TV eine Jamsession mit den legendären Manu Katche und einer mir nicht bekannten Band. Diffuse Rythmen, offensichtlich eigentlich elektronisch gedachte Musik gekonnt live umgesetzt. Und die Nachforschung im Vidoetext brachte dann das "Projekt" Archive herraus.
Kurzum: Die CD gekauft mit der reizvollsten Kritik "Mischung zwischen Pink-Floyd und Massiv Attack".
Naja, mit dem Einsteiger "You make me feel" geht es zugegebener Maßen schon sehr vielversprechend los. Kein fest aufgebauter Song, Programming in gesunder Mischung mit Riffs und Drumms. Aber schon beim zweiten Stück kommt der Gedanke auf, was das jetzt sein soll? Obwohl der Titel "The way you love me" schon hätte vorwarnen können. Sehr langweilig und trivial. Doch das ist noch nicht das Ende, mit "The pain gets worse" steigert sich die Gleichmütigkeit und findet mit "Woman" den Gipfel. Ich möchte jetzt nicht frauenfeindlich wirken! Alleine die Textzeile "I`m a woman, you`re a man" ist fast lächerlich und tut fast schon weh! So würden sich heute vielleicht ABBA anhören, aber nicht Pink Floyd o. ä.!
Natürlich muß man zur Genugtuung sagen, daß es auch mit "Well know sinner" und "Love in summer" eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt. Und "Cloud in the sky" lässt die erwähnte Richtung Massive Attack erkennen, "Take my Head" als Highlight reisst es dann doch noch raus.
Aber unterm Strich ist die Scheibe für ein "Bandprojekt" zu durchschaubar. Extrem banale Titel, die zugegebener Maße in Unterzahl sind, wechseln sich mit Stücken ab, die das Zeug zu Clubhits oder guten Remixen haben.
Dies verwirrt doch ein wenig. Und es gibt einen halben Minuspunkt für die teilweise ziehmlich bescheuerten Liedtitel...