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Nach der letzten CD Untouchables, beschlossen Korn einen radikalen Schnitt. Statt erneut mit einem teuren Produzenten zusammenzuarbeiten, klemmte sich Sänger Jonathan Davis selbst hinter das Mischpult, Soundeffekte wurden im Studio nur noch spärlich eingesetzt, und stattdessen konzentrierte man sich ganz auf das Wesentliche: mörderisch brachiale, groovige Gitarren, höllisch laut pumpende Bässe, differenzierte Drums und Jonathans einzigartige, kranke Vocals. Es wird geschrien, was die geschundene Seele hergibt, streckenweise sogar mit der entmenschlichten Brutalität eines Black-Metal-Shouters. Aber auch die Instrumentalisten gehen deutlich lärmiger, heftiger und ohne kommerzielle Hintergedanken zur Sache.
Eingängige Melodien und radiokompatible Songaufbauten stehen nicht länger im Vordergrund, auf Take A Look In The Mirror regieren intensive, sehr trocken produzierte Nu-Metal-Hassbatzen. Die Fans der frühen Scheiben wird es freuen, aber dank der immer wieder eingestreuten Ohrwurm-Passagen dürften auch Untouchables-Liebhaber mit diesen 13 Songs klarkommen. --Michael Rensen
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Auf teure Recording-Sessions und bekannte Produzenten hat die Band diesmal verzichtet. Aufgenommen wurde "Take a Look in the Mirror" größtenteils im bandeigenen Studio. Und auch die Produktion übernahmen die Jungs selbst. Trotzdem klingt das Album an keiner Stelle billig oder unaufwendig. Nein, der Sond ist perfekt. Es gibt einen Gastauftritt vom New Yorker Rapper NAS und natürlich viele böse Gitarrenriffs.
Aber ein bischen klingt die Platte wie am Reißbrett entstanden. Und das hat einen Grund: Korn brauchen wieder Songs die live funktionieren. Denn die Titel vom Album-Vorgänger "Untouchables" waren live eine Katastrophe. Und so findet man auf der neuen Scheibe fast ausschließlich einfaches stampfendes 4/4-Gekloppe. Kein Song über 4 Minuten 30. Die Refrains sind Ohrwürmer.
Und die klischeehaften Lyrics mögen vielleicht ironisch gemeint sein. Tragen aber auch nicht gerade dazu bei, "Take a look in the Mirror" zu einem besonderen Album zu machen.
Alos: Wer auf die alten Korn-Sachen steht, der wird auch auf das neue Album abfahren. Schließlich verstehen es die 5 ihre Fans mit knallharten Riffs und einer Mischung aus groovendem und geknüppelten Songs zu bedienen. Und so werden Korn mit "Take a look in the mirror" zwar keine alten Fans verlieren, aber ganz bestimmt auch nicht allzuviele neue dazugewinnen.
Dafür ist das Album zu berechenbar. Dafür erwartet man von einer Band die vor zehn Jahren ein ganzes Genre mitbegründet hat einfach mehr. Trotzdem ist "Take a Look in the Mirror" eine geil derbe Metall-Platte.
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