Dieses Buch ist frisch und frech geschrieben, immer spannend und mit gut durchgezeichneten, glaubwürdigen Figuren. Die Story vermischt gekonnt die Genres Jugendbuch, Mysterythriller, Historischer Roman und Actiongeschichte. Besonders die Dialoge in einem nicht überzeichneten Jugendjargon sind authentisch.
Kurz zum Inhalt: Der dreizehnjährige Takafumi, ein ziemliches Früchtchen aus Tokio, der seinen Eltern wenig Freude bereitet, wird zur "Läuterung" in das entlegene Fischerdorf Toi Mura zu seinem Großvater geschickt. Dort ist nach kurzer Zeit mehr los, als Takafumi lieb ist: Er trifft neue Freunde (natürlich auch ein Mädchen, denn der Junge hat es faustdick hinter den Ohren), gerät mit einer Gang und auch mit ausgewachsenen Kriminellen aneinander, entdeckt das geheime Leben seines Großvaters Hideki und muß sich im großen Showdown gegen eine unheimliche Bedrohung beweisen. So wird aus einem Zigaretten- und Bierdosenbürscherl, das in Tokio seine Zeit in Spielhallen totschlägt, ein Junge, der Verantwortung übernimmt und dabei auch noch seine auseinandergebrochene Familie wieder zusammenbringt. Thomas Mosers "Takafumi" hat also die innewohnende Moral, ohne die ein gutes Buch nicht möglich ist und der Held entwickelt sich. In welche Richtung? Das bleibt offen, aber der Leser weiß, das es die richtige Richtung sein wird. "Takafumi und die Rückkehr der Schwarzen Nonne" ist nicht bemüht bildhaft geschrieben, aber das Fischerdorf, das unruhig brandende Meer und der Dschungel hinter dem Ort sind immer quasi auf Breitbild präsent. Und die Schwarze Nonne? Mal eine ganz andere Horrorgestalt und wie alle Charaktere in diesem Buch nicht auf plumpe Weise Schwarz-Weiß gezeichnet.