Dass deutschsprachiger Horror alles andere als funktionsunfähig ist, zeigt dieser zwar wenig aufwendige, aber sehr gekonnt und wirkungsvoll arbeitende Horrorthriller aus Österreich. Die Dialoge sind stark mundartlich gefärbt, aber das sorgt für Authentizität und bereitet allenfalls minimale Verständnisprobleme. Andreas Prochaskas Regie ist nicht anzumerken, dass sein Mentor(?) Michael Haneke Horror offenbar verabscheut, wie er in seinem moralschweren Lehrfilm "Funny Games" verdeutlichte... Stattdessen glänzt sie durch gut eingefangene, authentisch (aber nicht billig) wirkende Schauplätze und angemessenes Tempo. Von der anfangs hammerhart zitierten scheinbaren Vorlage "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast", hebt sich der Film mit zunehmender Dauer immer mehr ab. Spürte man mit der bekannten Schulabschluss-Eröffnung und den oberflächlich dudelnden englischsprachigen Songs zu Beginn noch viel amerikanisches Flair, schlägt "In 3 Tagen bist du tot" bald einen viel ernsteren Ton an, der von einer zuverlässigen jungen Schauspielerriege (dankenswerterweise keine leeren Model-Gesichter) gut umgesetzt wird. Das nicht gerade harmlose Finale hat es ebenfalls in sich. Davon gerne mehr!