Mit faszinierendem Fingerspitzengefühl für bissige Ironie und Einfühlungsvermögen bringt Adrian Plass Farbe in unser Leseleben.
Sein „Tagebuch" gibt uns Einblick in das Leben eines ehrlichen, aber tollpatschigen Engländers, der Mitglied einer freikirchlichen Gemeinde ist und in seinem Alltagsleben unfähig ist, auch nur ein Fettnäpfchen auszulassen. Die verschiedensten Gestalten, die in seinem Alltag Kontakt mit ihm pflegen, sind so gut gezeichnet, dass wir viele ihrer Züge auch in den Menschen unseres unmittelbaren Umfelds entdecken können.
Adrian Plass verleiht dem Protagonisten seinen eigenen Namen; es ist also erheblich viel autobiographisches hinter den Zeilen zu vermuten.
Geschickt bringt es dieser Autor fertig, die Schwächen anderer, aber vorwiegend seine eigenen auf höchst humorvolle Art und Weise zu offenbaren.
Das Interessante daran ist, dass er dabei nicht überstrapaziert und es ihm im selben Atemzug gelingt, Gottes vollkommenes Wesen unserem allzumenschlichen gegenüberzustellen.
Meine Lektüre war ein Wechselspiel aus schallendem Gelächter und aufmerksamem Staunen über die schriftstellerische Raffinesse. Die Brillanz, welche Dogmen, die sich in der heutigen „modernen" christlichen Gemeinde schnell einschleichen in Frage stellt und trotzdem Gottes Liebe durch treffend beschriebene Ereignisse auf den Punkt bringt.
Wer Blasphemie, Sentimentalität oder bierernste Theologie erwartet, hat sich gewaltig geschnitten!
Denn was hier vorliegt ist eine köstliche Mischung aus entwaffnender Ehrlichkeit, einfühlsamer Ermutigung, taktvoller Karikatur menschlicher Unzulänglichkeiten, Situationskomik und britischem Humor - und das einzig und allein durch die Schilderung eines Alltagslebens! Meine Hochachtung!