Als großer Fan der Serie "The Vampire Diaries" war es absehbar, dass ich irgendwann die Bücher lesen musste.
Es ist nur leider so, dass die Serie keine großen Ähnlichkeiten mit den Büchern aufweist.
Dies ist der erste Band der Reihe.
Elena, blonde Highschool-Queen, verliebt sich in den gutaussehenden Neuzugang, der - tadaa - ein Vampir ist und Stefano (o? warum nur das o?) heißt.
Der ist über 400 Jahre alt und weist sie ziemlich kühl ab, was ihr viel ausmacht, weil ihr die Männer normalerweise zu Füßen liegen.
Den Charakteren wird nicht besonders viel Raum gegeben, sich zu entwickeln. Weder Elenas Tante noch ihre Freundinnen weisen irgendetwas Tiefgründiges auf.
Stefano ist die meiste Zeit nicht mit sich im Reinen, aber auch seine Gefühlswelt wird nicht besonders plastisch dargestellt.
Selbst actionreiche Szenen plätschern an dem Leser vorbei, weil es ihnen einfach an Tiefe fehlt.
Und dann ist da noch Damon. Er ist in der Serie wahrscheinlich der widersprüchlichste und interessanteste Charakter. Im Buch taucht er kaum auf, und wenn, dann nur als Bösewicht, der seinen Bruder nicht ausstehen kann. Dabei wäre es so interessant, seine tieferen Gefühle zu ergründen.
Mich haben lediglich die letzten Seiten des Bandes richtig fesseln können. Deshalb werde ich auch den zweiten Band lesen. Man will dann doch wissen, wie es weitergeht.
Fazit: "Tagebuch eines Vampirs" ist eine ganz gute Lektüre für einen faulen, regnerischen Sonntagmorgen. Man wird unterhalten, darf aber nicht zu viel erwarten.
Die TV-Serie ist definitiv spannender. Allerdings sollten Fans der TV-Serie nicht unbedingt erwarten, herauszufinden, mit welchem Bruder Elena am Ende zusammenbleiben wird. Ich denke, dafür ist die Serie schon zu weit von den Büchern abgerückt.
Was vielleicht auch noch erwähnt werden sollte, ist, dass diese Reihe vor den Twilight-Bänden erschienen ist. Es kommt einem so vor, als hätte Stephenie Meyer die Bände gelesen und sich gedacht: "Na gut, vielleicht kann ich das besser schreiben."
Wirklich viele Dinge sind in Twilight übernommen worden: Stefanos "vegetarische" Lebensweise, das Mädchen, dem alle zu Füßen liegen, die Blässe der Hauptcharaktere, die Sache mit dem Gedankenlesen, die Rivalität zwischen zwei Männern...
Immerhin muss man es Stephenie Meyer lassen, dass sie Szenen besser in Zusammenhang setzen kann und die Gefühlswelten der Charaktere besser beschreiben kann.