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Produktinformation
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Monat für Monat nahm Manguel sich 2001/2002 je eines seiner Lieblingsbücher vor, von Don Quichotte zu Kipling, von Sherlock Holmes zu H.G. Wells und dem "Wind in den Weiden". Draußen konnte man fürchten, die Welt breche auseinander: das Attentat auf das World-Trade-Center, die Invasion des Iraks. Aber lesend zeigt uns Alberto Manguel, wie man als wacher Beobachter auch in solchen Zeiten den Überblick nicht verliert.
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Der Schriftsteller Alberto Manguel ist in seinem Leben viel herum gekommen. Als Sohn eines Diplomaten 1948 in Buenos Aires geboren, hat er in vielen Städten und Ländern gelebt. Zuletzt lässt er sich in einem kleinen Städtchen und in einem alten Haus im Süden Frankreichs nieder.
Beim Einrichten seiner Bibliothek dort beschließt er eines Tages, Bücher, die er schon einmal gelesen hat, erneut zu lesen.
In einem Tagebuch skizziert er quasi täglich, was ihm bei diesem oder jenem Autor zum eigenen Leben einfällt, welche Bezüge Gedichte oder Einsichten für ihn im Leben hatten. Dabei wird schon im Prolog sichtbar, dass es Bücher gibt, die man vergisst, solche, die man einmal liest, und dann ist es vorbei und eben jene, die als Lebensglück ewige Lebensbegleiter bleiben.
Diese Einleitung alleine schon macht Lust auf das Buch,--und es hält, was es verspricht: zu sehen, auf welche Weise man Bücher lesen kann, wie sie einen anregen, den inneren Dialog mit den Dingen der Welt und mit dem menschlichen Zusammenleben zu beflügeln, ja, wie die eigenen Lebenserkenntnisse sich in Büchern wieder finden und die eine oder andere Weisheit vorweg nehmen oder im Nachhinein als Wahrheit erkannt werden.
In diesem wunderbaren Tagebuch eines Lesers erfahren wir etwas darüber, was Bücher für denjenigen, der sich für Literatur begeistert, bedeuten, wie viel Lebensglück und Lebenserfahrungen sich in den gelesenen Büchern wieder findet.
Man könnte dieses Buch fast als Anleitung zum Lebens -und Leseglück für Leser betrachten.
Ich möchte es jedem empfehlen, der sich für Literatur begeistert.
Cl.B.
Die Auswahl der Bücher ist überraschend. Hier lässt sich einiges entdecken, zB. Adolfo Bioy Casares, Morels Erfindung; Machado de Assis, Die nachträglichen Memoiren des Brás Cubas; Dino Buzzati, Die Tartarenwüste. Manguel konnte mich besonders für diese drei Romane neugierig machen.
In einem Kapitel erinnert sich der Autor an seinen Vater, der auch in seinen Träumen vorkommt. Das ist für ihn eine gute Möglichkeit auf Margaret Atwoods Roman „Der lange Traum" zu sprechen zu kommen, in dem eine Frau seinen Vater sucht; und Kant fällt ihn ein: „Nach Kant sind Vernunft und Wahnsinn so eng benachbart, dass es unmöglich ist, das eine zu erforschen, ohne das andere zu berühren." Dies bezieht Manguel auf Atwoods Roman.. Die Frau glaubt in dem Roman, ihr Vater könne nicht so eine Leidenschaft für Felszeichnungen gehabt haben, „dass er in der Wildnis den Verstand verlor." Sie glaubte an das Gegenteil und Manguel zitiert Margaret Atwood: „Ich hatte nun den unbestreitbaren Beweis für seine geistige Gesundheit und damit für seinen Tod...". Im Kapitel über die „Erinnerungen von jenseits des Grabes" von Chateaubriand stoßen wir auf ein Zitat, welches den Autor an den 11.September denken lässt:...ich kenne kein Wesen, das knechtischer, verächtlicher, niederträchtiger, beschränkter wäre als ein Terrorist."
In einem Tagebuch kann nicht erwartet werden, dass der Autor ausführlich Romane bespricht, auf die er in den Kapiteln eingegangen ist. Hier liegt aber das Problem der Konzeption dieses Tagebuches. Jedes Kapitel hat als Hauptthema ein Roman, doch bekommen wir nur Fetzen und Notizen von den Romanen mit. Manguel wünscht sicherlich, der Leser lässt sich inspirieren und möchte das eine oder andere Buch lesen. Wahrlich, das Tagebuch ist eine Inspirationsquelle.
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