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Tagebuch einer Reise nach Italien über die Schweiz und Deutschland von 1580 bis 1581
 
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Tagebuch einer Reise nach Italien über die Schweiz und Deutschland von 1580 bis 1581 [Gebundene Ausgabe]

Michel de Montaigne
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Berühmt geworden ist Michel de Montaigne durch seine 1580 erschienenen Essais: Moralisch-philosophische Betrachtungen über Gott, den Menschen und die Welt, die zum Vorbild für ein ganzes Genre wurden. Weniger bekannt ist, dass der französische Adelige auch ein Reisetagebuch verfasst hat, das nun in neuer Übersetzung und schöner Ausstattung im Eichborn-Verlag wieder aufgelegt worden ist.

Um sich von einem Nierenleiden zu kurieren, bricht Montaigne im September 1580, begleitet von vier Edelleuten und einem Sekretär, im französischen Beaumont zu einer ausgedehnten Bäderreise nach Italien auf. Über Basel und Schaffhausen führt ihn sein Weg zunächst nach Süddeutschland: Er reist durchs Allgäu, hält sich ein paar Tage lang in Augsburg und in München auf. Über den Brenner geht es nach Venedig und zu den Quellen von Abano, dann nach Florenz und Rom. Mehrere Monate bleibt Montaigne zur Kur in einem Badeort bei Lucca. Nach einem zweiten Besuch in Rom kehrt er schließlich nach eineinhalb Jahren über Mailand und Lyon nach Frankreich zurück.

In seinem Tagebuch hat Montaigne die Eindrücke von dieser Reise festgehalten. Stichpunktartig knapp beschreibt er Orte, Landschaften und fremde Bräuche. Was ihm ins Auge fällt, reicht von den Tischsitten über Baderegeln, Bratspieße und Bettvorhänge bis hin zur Zahl der Kurtisanen. Dazwischen findet man Kuriosa -- z. B. eine detaillierte "Schilderung des Fusskusses beim Papst" --, aber auch vieles, das sich bis heute kaum geändert hat: So klagt bereits Montaigne über halsabschneiderische Preise, schlechte Betten und betrügerische Fremdenführer.

Montaignes Tagebuch ist ein kulturhistorisches Kompendium, in dem man auch als Laie mit Vergnügen blättern kann. Mit zeitgenössischen Stichen illustriert und ausführlichen Anmerkungen versehen, vermittelt es ein anschauliches Bild vom Reisen in der Renaissance. --Bernhard Wörrle

Kurzbeschreibung

Neun Jahre lang saß Michel de Montaigne in seinem berühmten Turm und schrieb an den Essais - kaum waren sie 1580 erschienen, da machte er sich auf zu einer großen Reise in die Schweiz, Deutschland und Italien. Und auch dabei hatte der knorrige Eigenbrödler seine Eigenheiten. Was er am meisten haßte, war, durch irgendein ortsunübliches Verhalten auffällig zu werden - und so paßte er sich den jeweiligen Sitten an. Er spart sich weitläufige Berichte über die gewöhnlichen Sehenswürdigkeiten und beäugt mit der ihm eigenen Unvoreingenommenheit die täglichen Sitten und Gebräuche der fremden Kulturen, wägt Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Lebensweisen ab. Berichte über Hermaphroditen , über Ehen zwischen Lesben und Schwulen oder über die von den Schweizern beklagte allgemeine Sittenverderbnis findet er ebenso spannend, wie ihn die Koch- oder Tischsitten in Süddeutschland faszinieren. Er gibt öffentliche Bälle und stiftet Preise für die besten Tänzerinnen, in Venedig und Florenz studiert er eingehend die Bordelle, er erlebt Hinrichtungen und Teufelsaustreibungen und beobachtet ein jüdisches Beschneidungsritual. Fast hundert Jahre ist die letzte Übersetzung alt. Jahrelang recherchierte Hans Stilett über die Tagebücher - und arbeitete in seine moderne Übersetzung neben den vorliegenden Forschungsergebnissen auch neue Quellen ein. Sein ebenso gelehrter wie unterhaltsamer Kommentar zeigt die zahlreichen Querverweise der Tagebücher zu den Essais und Montaignes Zeit und eine Vielzahl dem Text beigegebener zeitgenössischer Illustrationen vermittelt eine Idee dem Reichtum des damaligen Lebens. Vor allem aber läßt Stiletts Übersetzung den deutschen Leser zum ersten Mal spüren, daß Montaigne auch im Tagebuch ein Sprachvirtuose ersten Ranges war. "Sorgfältiger ist wohl selten ein Klassiker des Denkens übersetzt worden ... Kein Zweifel: Dies ist der Montaigne des 21. Jahrhunderts." Wilhelm Schmid, Deutschlandfunk über Stiletts Übersetzung der Essais

Über den Autor

Michel de Montaigne, geb. am 28. Februar 1533 auf Schloss Montaigne im Périgord, stammte aus einer reichen Kaufmannsfamilie und genoss eine humanistische Erziehung. Nach dem Studium der Rechte fungierte er von 1557-70 als Parlamentsrat, zog sich aber nach dem Tod seines Freundes La Boétie in das Turmzimmer seines Schlosses zurück, um zu schreiben. Es folgten Reisen durch Italien, die Schweiz und Deutschland. Von 1582-85 war er Bürgermeister von Bordeaux. Der große Gelehrte, der sich bewusst von der Schulphilosophie fernhielt, starb am 13. September 1592.
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